Aktuelles Die Unterschiede zwischen Asphalt- und Schotter-Rallyes

Teil 1 - Reifen und Bremsanlage

Rund 280 Turbo-PS, sequenzielles Getriebe, Allradantrieb: Der ŠKODA FABIA R5 zählt zu den erfolgreichsten Rallye-Fahrzeugen seiner Klasse. Ganz gleich, ob auf Asphalt, Schlamm, Schnee oder Schotter – der FABIA R5 macht die Pace. Sowohl in der WRC 2-Kategorie der FIA Rallye-Weltmeisterschaft als auch in vielen nationalen Championaten eroberte der Allradler bereits zahlreiche Siege und Meistertitel. 2018 feierten die tschechischen ŠKODA Werksfahrer Jan Kopecký und Pavel Dresler mit dem FABIA R5 den Titelgewinn in der WRC 2. Damit gewann zum dritten Mal in Folge ein ŠKODA Werkspilot die WRC 2-Fahrerwertung in der Rallye-WM.

Im Verlaufe einer Rallye-Saison gehen die Lenkradartisten auf verschiedenen Fahrbahnbelägen auf Bestzeitenjagd. Natürlich unterscheidet sich das Fahrzeug-Setup für eine Asphalt-Rallye dabei deutlich von der Abstimmung, die zum Beispiel auf Schotter zum Einsatz kommt. Doch worin genau liegen die Unterschiede? Wir gehen dieser Frage auf den Grund.

Im ersten Teil unserer kleinen Serie stehen die Reifen sowie die Bremsanlage des Rallye-Fahrzeugs im Fokus. Beide spielen bei den Rallyes eine entscheidende Rolle.

Die Reifen

Die Reifen sind das einzige Verbindungsglied zwischen Fahrzeug und Straße. Dementsprechend groß ist ihre Bedeutung, insbesondere im Motorsport. Denn auf dem Weg zum Sieg ist bestmögliche Traktion ein Muss. Die falsche Reifenwahl kann ein Team während einer Rallye viel Zeit kosten und im Kampf um eine Top-Position alle Bemühungen zunichtemachen.

Grundsätzlich gilt: Bei Asphalt-Rallyes kommen breitere Pneus zum Einsatz als bei Schotter-Veranstaltungen. Auch der Rad- bzw. Reifendurchmesser ist auf Asphalt größer als auf losem Geläuf. Denn die daraus resultierende größere Auflagefläche ermöglicht auf festem Untergrund wesentlich höhere Kurvengeschwindigkeiten, weil der Reifen die Seitenführungskräfte besser übertragen kann. Umgekehrt wäre ein breiter Pneu aus Schotter kontraproduktiv. Hier kommt es darauf an, dass sich das „schwarze Gold“ auf der Suche nach Traktion förmlich durch die lose Schicht aus Sand oder Geröll fräst. Dementsprechend sind Schotterreifen schmaler als ihre Pendants für geteerte Pfade.

Auf Asphalt bremsen die Rallye-Asse ihre Fahrzeuge binnen kürzester Zeit aus hohem Tempo herunter

Der ŠKODA FABIA R5 rollt bei Rallyes wie etwa dem deutschen WM-Lauf, der auf festem Untergrund ausgetragen wird, auf Rädern mit 18 Zoll. Zum Vergleich: Auf Schotter sind die Räder lediglich 15 Zoll groß.

Doch damit nicht genug: Auch beim Laufflächenprofil sind die Unterschiede zwischen Asphalt- und Schotterpneu bereits auf den ersten Blick erkennbar. Letzterer verfügt über ein grobstolliges Design, das den raschen "Abtransport" von Steinen und Sand ermöglicht. Seine besonders robuste Konstruktion und die im Vergleich zum Asphaltreifen höheren Flanken minimieren im schroffen Terrain die Gefahr von Reifenschäden. Beim Asphaltspezialisten steht hingegen eine möglichst große Aufstandsfläche im Fokus, was wiederum ein deutlich feingliedrigeres Profil erfordert. Wichtig zu wissen: Profillose Slicks sind im Rallye-Sport inzwischen gemäß Reglement nicht mehr erlaubt.

Ganz gleich, auf welchem Untergrund: Das Traktionslevel eines Pneus hängt immer auch vom Reifenfülldruck sowie der jeweiligen Laufflächenmischung ab. Die Auswahl der richtigen Reifenspezifikation ist eine Wissenschaft für sich. Hierbei müssen Fahrer und Ingenieure zahlreiche Faktoren berücksichtigen. Zusätzlich zu Temperatur und Beschaffenheit des Fahrbahnbelags fließen unter anderem auch die aktuellen Wetterprognosen mit ein.

Die Bremsanlage

Während auf Asphaltpisten große Bremsscheiben für bestmögliche Verzögerung sorgen, rüsten Rallye-Teams ihre Autos vor Schotterveranstaltungen auf eine kleinere Bremsanlage zurück. Der Grund: Die Verzögerungskräfte sind auf losem Untergrund geringer. Darüber hinaus hätten groß dimensionierte Bremsen auf Schotter einen unangenehmen Nebeneffekt - die Räder würden zu früh blockieren, was das Fahrverhalten negativ beeinflussen und den Kampf um Top-Positionen nahezu unmöglich machen würde. In Zahlen ausgedrückt: Im Asphalt-Trimm verfügt der ŠKODA FABIA R5 über 355 Millimeter große Bremsscheiben. Bei Schotter-Events genügen 300 Millimeter große Stopper. Daraus resultieren auch ein geringeres Gewicht sowie eine Reduzierung der ungefederten und rotatorischen Massen.

Auf Asphalt bremsen die Rallye-Asse ihre Fahrzeuge binnen kürzester Zeit aus hohem Tempo herunter. Die durch die Reibung entstehende Hitzebelastung ist enorm: Bei starken Bremsmanövern sind Temperaturen von mehr als 700 Grad möglich. Dank der größeren Oberflächen kann sich die Hitze besser verteilen. Zusätzliche Rillen auf der Scheibenoberfläche dienen zur Abkühlung. Außerdem können Hitze sowie der Bremsstaub besser entweichen.

Auf Schotter genügen hingegen kleinere Bremsscheiben. Die Bremsbeläge sind darüber hinaus weicher als die für Asphalt, um das Risiko blockierender Räder und überhitzter Scheiben zu minimieren. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Mechaniker verlagern die Bremsbalance auf Schotter mehr in Richtung der Hinterachse (rund 40 Prozent). So profitiert der Fahrer beim Anbremsen einer Kurve von einem mitlenkenden Heck und verhindert zeitraubendes Untersteuern.

Auf Schotter genügen kleinere Bremsscheiben als auf Asphalt

Deutsche Rallye Meisterschaft 2019

Das ŠKODA Team um Fabian Kreim und Tobias Braun nimmt in der Saison 2019 an der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) teil. Der zweite Lauf - die AvD-Sachsen-Rallye - findet vom 23. bis zum 26. Mai rund um Zwickau statt. An den zwei Rallye-Tagen warten mehr als 150 Wertungsprüfungskilometer auf Asphalt auf unser Team. Aktuelle News, Fotos und Infos gibt's auf der Facebook-Seite von ŠKODA RS und Motorsport.

Fabian Kreim und Tobias Braun freuen sich auf die Saison 2019

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