Köpfe Sonja Zietlow: Immer der Nase lang

"Meinem Hund ist es egal, ob ich berühmt bin oder nicht." - Die Dschungelcamp-Moderatorin im Interview.

Schlagfertig, spitzzüngig und unglaublich charmant. Von Jahr zu Jahr freuen sich Zuschauer auf die Moderation von Sonja Zietlow, wenn es wieder heißt "Ich bin ein Star - holt mich hier raus“. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Hartwich steht sie auch in 2016 vor der Kamera des RTL Formats "Dschungelcamp". Die erfolgreiche TV-Moderatorin gewährte extratouch noch vor der Abreise in den australischen Regenwald einen privaten Einblick - in das Leben mit ihren Hunden Lila und Lotta, fernab der Kameras und der Promiwelt.

Dass sich Sonja Zietlow für Tiere engagiert, ist sicher kein Geheimnis mehr. Aber dass sie sich mitten in der Nacht auf stundenlange Tiersucheinsätze begibt, weiß kaum jemand. Für Lila ist es das Größte. Der kleine Windspiel-Mix kam 2008 zu Sonja. Sie suchte einen kleinen Hund, den sie auch mit auf Reisen nehmen konnte und fand Lila über eine befreundete Tierschutz-Organisation. Die hatten den Vierbeiner zuvor auf Sardinien von der Straße geholt. Lila war ganz klein und verängstigt. Inzwischen hat sie sich zu einer selbstbewussten Dame entwickelt, die genau weiß, wie wichtig sie ist.

Wie kamst Du auf das Trailen?
Die Geschäftsführerin vom K9-Suchhundezentrum hat mich darauf gebracht. Nasenarbeit ist etwas, das theoretisch jeder Hund kann. Es ist eine gute Teamarbeit zwischen Mensch und Tier. Meine Hündin Lila habe ich von der Straße geholt. Sie war anfangs sehr ängstlich und hat durch das Trailing neues Selbstbewusstsein gewonnen. Lila ist sehr ehrgeizig und zielstrebig. In Tiersucheinsätze zu gehen ist eine schöne Art, Menschen zu helfen, die verzweifelt nach ihrem Tier suchen.

Und wie funktioniert es?
Beim Pettrailing bekommt der Hund eine Geruchsprobe des zu suchenden Tieres oder der zu suchenden Person (z. B. ein Kleidungsstück) und folgt dieser Geruchsspur, die das Tier/die Person auf ihrem Weg hinterlassen hat. Während der Suche differenziert der Hund die Gerüche, die er aufnimmt und unterscheidet so die Spur, die er aufnehmen muss. Hunde sind in der Lage, diesen Geruch auch noch viele Stunden und sogar Tage bis Wochen später auszumachen und zu verfolgen. Diese Form der Nasenarbeit ist eine ideale und artgerechte Auslastung für jeden Hund.

Wie häufig ist Lila für die Tiersuche im Einsatz?
Es gibt Zeiten, in denen wir fast täglich eine Suchanfrage erhalten. Wir gehen allerdings nicht in jeden Einsatz. Manchmal reicht auch eine Beratung am Telefon. Wenn Tiere weglaufen, tun sie es oft aus einem bestimmten Grund – sie sind beispielsweise ängstlich, haben sich erschrocken, konnten sich noch nicht an ihr neues Zuhause gewöhnen oder wurden von einem Auto angefahren. Sie bleiben dann nicht einfach stehen und warten darauf, dass sie gefunden werden. Wir beraten die Besitzer zunächst, was sie tun können, damit der Hund von selbst zurück nach Hause findet. Fast einmal die Woche sind Lila und ich dann aber doch draußen bei einem Einsatz.

Wissen die Betroffenen dann, dass die TV-Moderatorin Sonja Zietlow kommt? Wie reagieren die Menschen?
Nein, ich bin schließlich ein Mitglied der Staffel wie alle anderen auch. Die Leute rufen bei der Notfall-Hotline an und dann schaut man, wer Zeit hat und den Einsatz übernehmen kann. Mich erkennen die Leute zwar häufig, aber es ist ihnen meist total egal, weil sie so sehr darauf konzentriert sind, ihr Tier wiederzufinden. Neulich haben wir die Katze einer älteren Dame gesucht. Ich fragte sie, wie das Tier heißt, und sie sagte „Sonja“. Als ich dann entgegnete „So heiße ich auch“, war mir klar, dass sie keine Ahnung hat, wer ich bin. Das finde ich dann immer total nett. Von denen, die mich erkannt haben, wollte auch noch keiner ein Foto mit mir.

Es ist eine gute Teamarbeit zwischen Mensch und Tier.

Es muss ein ungeheurer Glücksmoment für Sie sein, zu sehen, wie verzweifelte Menschen ihr Tier wieder in die Arme schließen dürfen!
Ja, das ist wirklich toll! Aber nicht nur ich freue mich, auch mein Hund ist total aus dem Häuschen, wenn wir suchen! Neulich hatten wir eine Suche mitten in der Nacht, anderthalb Stunden Autofahrt von meinem Zuhause entfernt. Wir haben um Mitternacht angefangen zu suchen und eine ganze Stunde lang fünf Kilometer weit getrailt. Hinterher habe ich auf die Karte geschaut und war total überrascht, wo wir überall waren. Es ist eine unheimlich befriedigende Arbeit, sowohl für mich, als auch für meinen Hund.

Macht es Ihnen nichts aus, mitten in der Nacht ehrenamtlich mit dem Hund durch den Wald zu streifen?
Ein solcher Nachteinsatz ist die große Ausnahme. Es herrschten zu der Zeit Temperaturen um 34 Grad. Zu heiß, um tagsüber mit den Hunden zu suchen. Wenn ich am nächsten Tag ausschlafen kann, empfinde ich es auch nicht als schlimm. Bei meinem Job habe ich ja das große Glück, auch immer wieder ein paar Tage am Stück frei zu haben. Wenn ein Notruf kommt, stelle ich mir vor, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn es mein Hund wäre, der vermisst wird. Dann würde ich mich freuen, wenn man mir helfen würde.

Wie pingelig sind Sie, wenn Sie mit dem Hund im Auto unterwegs sind und sich Lila mit ihren Schmutzpfoten auf die Rückbank legt?
Wir haben im Normalfall Hundeboxen im Kofferraum, fahren deshalb auch einen geräumigen Octavia RS mit spezieller Ausrüstung. Die Hunde springen gerne mal über die Rückenlehne, aber Dreck lässt sich generell nicht vermeiden. Ich habe immer dreckige Hosen, dreckige Schuhe, auf dem Sofa sind überall Hundehaare. Das gehört eben dazu (lacht).

Sie fahren einen Octavia RS, sind also auch gerne schnell unterwegs?
Wenn die Autobahn frei ist, dann passe ich mich gerne an. Es ist schön wenn man beschleunigen kann.

Würden Sie Ihre TV-Karriere auch komplett an den Nagel hängen, um ausschließlich mit Tieren zusammen arbeiten zu können?
Nein, das würde ich nicht. Ich denke, dass ich dann wahrscheinlich viel zu viel Druck auf meinen Hund aufbauen würde. Man darf den Hund nicht verheizen. Ich muss immer schauen, dass wir nicht zu viele Einsätze machen. Ich denke, auf die Dauer würde es eintönig werden, aber so ist es eine schöne Abwechslung ab und zu.

Wenn um 22 Uhr ein Notruf kommt, liegt Lila dann nicht bräsig auf dem Sofa und will am liebsten nur noch schlafen und gar nicht mehr raus?
Nö, selbst wenn sie gerade müde auf dem Sofa liegt, ist sie dann schlagartig wieder hellwach! Sie erkennt auch sofort, dass jetzt Arbeit angesagt ist, weil ich ihr ein anderes Halsband anlege und wir mit einer längeren Leine losgehen. Sobald sie die Geruchsprobe bekommt, weiß sie, dass sie arbeiten darf.

Sehen Sie Ihre Hunde als vollwertige Familienmitglieder?
Auf jeden Fall. Meine Hunde sind aber kein Kinderersatz, wenn Sie das meinen. Würde ich ein Kind wollen, hätte ich ein Kind (lacht). Kinder bereichern Familien, aber Hunde tun es genauso. Hunde sind drollig, lustig, sie arbeiten, geben etwas zurück. Meine Hunde bringen mich so häufig zum Lachen. Egal, wie man drauf ist, sie lenken einen ab. Sie sind so unbeschwert!

Können Hunde auch heilen?
Absolut! Hunde sind gut für die Seele! Meinem Hund ist es egal, ob ich berühmt bin oder nicht. Wenn ich krank wäre, mich nicht duschen könnte und nach Schweiß riechen würde, es wäre ihm egal. Ein Hund schert sich nicht darum, was jemand anhat, ob er geschminkt ist, was er verdient. Mit Hund ist man nicht alleine. Wenn ich beruflich auf Reisen bin und irgendwo übernachten muss, ist Lila immer dabei.

Meinem Hund ist es egal, ob ich berühmt bin oder nicht.

Dürfen die Hunde auch bei Ihnen im Bett schlafen?
Ja, das dürfen sie. Mit meinem Border Collie war es eine Art Ritual: Ich habe die Füße ein wenig zur Seite gelegt und irgendwann kam sie dann ins Bett, legte sich genau in diese freie Stelle und machte sich ganz klein. Wenn morgens der Wecker klingelte, kroch sie zu mir hoch in die Armbeuge zum Kuscheln. Ansonsten wollte sie eigentlich gar nicht ins Bett. Lila hätte ich gerne von Anfang an als Kuschelhund gehabt, aber sie hat ihren eigenen Kopf. Sie kommt nur dann ins Bett, wenn sie es möchte. Sobald ich mich bewege, steht sie sofort auf. Lotta wiederum ist eine regelrechte Bettwanze. Wenn sie sich irgendwo hinlegt, ist sie nur noch schwer wegzubewegen. Im Winter schläft sie gerne auch unter der Decke (lacht). Ich habe nicht das Gefühl, dass die Hunde unhygienisch sind. Bei mir zuhause ist es so oder so nicht klinisch sauber. Wer es nicht mag, muss den Hund ja nicht ins Bett lassen.

Was ist mit dem Sofa?
Als ich meinen Mann kennenlernte, hatte jeder einen großen Hund, die beide nicht aufs Sofa durften. Nur im Urlaub haben wir es ihnen erlaubt. Die Hunde wussten das ganz genau. Unsere beiden Kleinen heute dürfen aufs Sofa, weil dort überall Decken liegen. Aber sie machen das dann natürlich auch bei fremden Leuten, da waren wir in der Erziehung nicht wirklich konsequent (lacht).

Fotos: Nadine Rupp / ŠKODA

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