Rückspiegel ŠKODA Werbung im Wandel

Autos mit Fernweh

Die Geschichte der Marke ŠKODA ist auch eine Geschichte der Werbung. In den 1930er Jahren prägte die ebenso strapaziöse wie überzeugende Langstreckenfahrt das Image.

Wir schreiben das Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende und die österreichisch-ungarische Monarchie dem Untergang geweiht. Am 28. Oktober wird der tschechoslowakische Staat ausgerufen. Er tritt ein schweres Erbe an. Die gesamte Wirtschaft des Landes liegt am Boden.

Der Export ist praktisch eingestellt. Dies bekam auch Laurin & Klement zu spüren. In Russland, wohin die Vorgängerfirma von ŠKODA AUTO vor dem Krieg 35 Prozent ihrer Fahrzeuge verkauft hatte, regierten nun die Bolschewiki. Die europäischen Länder – insbesondere die auf dem ehemaligen Gebiet Österreich-Ungarns neu entstandenen Staaten – führten zu ihrem eigenen Schutz hohe Zolltarife ein. Die von Entbehrungen gezeichneten Menschen hatten außerdem andere Sorgen, als sich dem Kauf neuer Autos zu widmen.

Die Fertigung von Excelsior Motorpflügen und deren Lieferung bis nach Südamerika hielt L&K über Wasser. Hinzu kamen Aufträge der tschechoslowakischen Post, die damals auch für den Busnahverkehr verantwortlich war. Der Bau von Flugzeugmotoren im Auftrag des Ministeriums für Nationale Sicherheit war ebenfalls sehr hilfreich. Václav Laurin und Václav Klement, die beiden Chefs der Marke L&K, waren jedoch realistisch genug zu erkennen, dass sie nach einem starken Partner Ausschau halten mussten. Im Jahr 1925 fusionierte der Autobauer aus Mladá Boleslav daher mit dem größten tschechoslowakischen Industriekonzern: den in Pilsen ansässigen ŠKODA Werken.

Die gesamte Wirtschaft des Landes liegt am Boden.

Verlass auf langen Strecken

Die verbesserte Marktsituation wirkte sich auch auf die Öffentlichkeitsarbeit des Autobauers aus Mladá Boleslav aus. War sie zu Beginn der 1920er Jahre eher dürftig und langweilig ausgefallen, sorgte sie nun für Schlagzeilen. Als der ŠKODA Popular auf den Markt kam, setzte das offizielle Werbeprogramm vor allem auf eines: Langstreckentouren. Anzeigen, Plakate, Broschüren und Flugblätter kündeten von Werbe- und Zuverlässigkeitsfahrten. Bei der Prager Automobilmesse räumte man ihnen gar einen eigenen Ausstellungsbereich ein. ŠKODA baut hochwertige und zuverlässige Autos, so lautete die Botschaft.

Einen Spitzenplatz unter den tschechoslowakischen Automobilherstellern erreichte ŠKODA auch aufgrund der hervorragenden Kundenbetreuung. Der Elka-Dienst in Prag am Palais Waldstein, wo heute die Ausstellung der Nationalgalerie untergebracht ist, darf wohl als erstes großes Kundendienstzentrum gelten. Die Printwerbung der Dreißiger Jahre gab auch diesem Novum den gebührenden Raum.

In der Zeit der Besatzung durch das nationalsozialistische Deutschland ab 1938/39 sank der Autoverkauf deutlich. Fahrten zu Werbezwecken waren verboten. Reifen wurden mit einem Embargo belegt. Benzin war nicht mehr im freien Verkauf erhältlich. Eine Annonce in einer Autozeitschrift diente damals eher der Unterstützung des Herausgebers in den schwierigen Zeiten des Protektorats als der Verkaufsförderung.

Artikel erstmalig erschienen im ŠKODA Kundenmagazin Extratour, Nr. 2/2014.

ŠKODA baut hochwertige und zuverlässige Autos

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