Events ŠKODA Rallye-Stars: Mehr Vertrauen als zur Ehefrau

Am vergangenen Wochenende hat das ŠKODA Duo Fabian Kreim/Frank Christian die Hessen-Rallye Vogelsberg gewonnen. Die beiden haben uns ihr Geheimrezept verraten.

Wer ist eigentlich der Chef im ŠKODA FABIA R5 der deutschen Rallye-Meister? Fabian Kreim (24) zeigt mit dem Finger grinsend auf seinen acht Jahre älteren Beifahrer Frank Christian. „Ich dreh‘ doch nur am Lenkrad“, sagt Kreim. Doch Frank Christian will das nicht so stehen lassen: „Was die Struktur und die Organisation im Auto betrifft, mag das stimmen. Aber am Ende wird alles an der Zeit von Fabian gemessen. Er muss es rüberbringen. Deshalb muss ich ihm ein Umfeld schaffen, in dem er sich wohlfühlt.“ Ein bisschen erinnert das an das klassische Rollenbild in einer Ehe und den Spruch: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.“ Umgemünzt auf die Rallye-Szene musste das dann freilich heißen: „Hinter jedem erfolgreichen Piloten steht ein starker Copilot.“ Und genauso ist es auch. Die Chemie im Auto muss definitiv stimmen. So konnte das Duo im Oktober 2016 die Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM) gewinnen.

Kennengelernt hatten sich die beiden vor gut zwei Jahren. „Wir haben uns beschnuppert und sind mit dem Rallye-Auto auf ein paar Straßen zusammen gefahren, um zu sehen, ob unsere Arbeitsweise im Auto kompatibel ist. Es hat auf Anhieb gut gepasst und dann haben wir uns auch gut zusammen weiterentwickelt“, resümiert Christian. Das ŠKODA AUTO Deutschland Team ist natürlich bei einer Rallye voll fokussiert, aber zwischendurch wird auch häufig gelacht. Zum Beispiel über einen Radfahrer: Als das Duo mit seinem Rallye-Auto ŠKODA FABIA R5 an einer Bushaltestelle eine kurze Rast einlegte, konnte der vorbeiradelnde Mann seinen Blick nicht abwenden und fuhr vor einen Stromkasten. Er blieb zum Glück unverletzt.

Ein Fehler ändert alles

„Das ist wie überall. Wenn Spaß dabei ist, geht die Arbeit leichter von der Hand“, sagt Frank Christian. Neben einer guten Atmosphäre ist das gegenseitige Vertrauen der wichtigste Faktor der Zusammenarbeit. „Ich würde sagen, dass es im Leben keinen vergleichbaren Moment gibt, wo man so viel Vertrauen haben muss. Nicht einmal mit der Ehefrau“, sagt der Copilot. In einem Rallye-Auto vertraut man dem jeweils anderen nicht nur sprichwörtlich sein Leben an. Wenn Fabian Kreim einen Fahrfehler macht, kann das fatal enden. Genauso gilt das allerdings, wenn Frank Christian falsch aus seinem Aufschrieb vorliest.

Deshalb ist das „Gebetbuch“, das bei einer normalen Rallye in der Deutschen Meisterschaft etwa 60 Seiten dick ist, auch das Allerheiligste eines Fahrerduos. Geschrieben wird es auf der sogenannten Recce, bei der das Team die Wertungskilometer einer Rallye vorher in einem Straßenauto abfahren darf. „Ich sage dann an, wie ich jede Passage im Rallye-Auto fahren will und Frank schreibt es auf. Da muss man eine gute Selbsteinschätzung haben und sich nicht selbst überschätzen“, sagt Fabian Kreim.

"Rechts voll" und "kuppa lifa"

Später bei der Rallye liest Frank Christian – er verwahrt übrigens den Aufschrieb für die verschiedensten Rallyes weltweit in seinem Keller – dann die Notizen vor. „Rechts voll“ ist zum Beispiel eine Rechtskurve, die mit Vollspeed gefahren werden kann. Der Beifahrer muss die Befehle exakt im richtigen Moment vorlesen, damit der Pilot diese Infos verarbeiten kann. Wenn zu viele Richtungsänderungen aufeinander folgen, wird auch mal abgekürzt: „Kuppe lifa“ heißt zum Beispiel, dass man nach dem Sprung über eine Kuppe links fahren muss“, so Christian. Der Copilot im ŠKODA FABIA R5 darf sich auch nicht versprechen oder in der Zeile verrutschen, denn Fabian Kreim fährt genau nach diesen Ansagen.

„Ich bin so fokussiert, dass ich nicht einmal mitkriegen würde, wenn ein Flugzeug neben mir abstürzt“, sagt Kreim. Fehler passieren trotzdem ab und zu – aber Vorwürfe gibt es deshalb untereinander nicht. Bei der Aufbereitung arbeiten beide genauso zusammen wie bei Reifenwechseln zwischen den Wertungsprüfungen. „Er schraubt, ich mache den Rest“, sagt Frank Christian mit einem Grinsen. Er ist auch dafür zuständig, dass die beiden mit ihrem Fahrzeug pünktlich in jede Wertungsprüfung starten. „5, 4, 3, 2, 1, Go!“, sagt der Routinier – und los geht die Fahrt.

Zuletzt haben Fabian Kreim und Frank Christian im nationalen Championat sieben Rallyes hintereinander gewonnen. Das zeigt schon, dass fast alles im ŠKODA AUTO Deutschland-Team richtig läuft. „Es ist schön zu sehen, wie Fabian immer reifer und erfahrener wird. Erfahrung ist das Wichtigste beim Rallye-Fahren, dadurch wird man sicherer und letztendlich schneller“, sagt Frank Christian. Fabian Kreim will eines Tages Weltmeister werden. Natürlich mit der „besseren Hälfte“ an seiner Seite. Frank Christian: „Wenn der Mann das wirklich angeht, will ich natürlich dabei sein.“


Ich bin so fokussiert, dass ich nicht einmal mitkriegen würde, wenn ein Flugzeug neben mir abstürzt

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