Rückspiegel ŠKODA Hispano Suiza

Premiere für den Pfeil

In stolzer Pose steht er vor seiner neuen luxuriösen Staatskarosse, der tschechoslowakische Präsident Tomáš Garrigue Masaryk.

Es war das erste Automobil mit dem geflügelten Pfeil im Logo, bis heute Markenzeichen des tschechischen Automobilherstellers ŠKODA: der Hispano Suiza. Das eindrucksvolle Gefährt begeisterte Staatsoberhäupter, Adlige und Industrielle. Am 25. Juli 1925 bestellte das Büro des tschechoslowakischen Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk den Hispano Suiza. Zwei Tage nach der Auslieferung am 10. Mai des folgenden Jahres nahm der prominente Kunde seinen repräsentativen Dienstwagen in Empfang.


Die Initiative zum Bau von Luxuslimousinen war vom Maschinenbaukonzern ŠKODA in Pilsen ausgegangen. Die Manager dort hatten den Plan, eigene Automobile zu bauen, bereits auf den Weg gebracht, bevor Václav Laurin und Václav Klement aus Mladá Boleslav – die Gründerväter der Automarke – mit dem industriellen Schwergewicht fusionierten. Im Jahr 1924 hatte der Industrie-Riese aus Pilsen die Herstellerlizenz von der ursprünglich spanischen Firma Hispano­-Suiza erworben. Nach dem wegweisenden Zusammenschluss mit der Firma Laurin & Klement verfügte man nun über entsprechende Kompetenz beim Fahrzeugbau.

Luxuriöse Unikate

Jeder ŠKODA Hispano Suiza 25/100 PS wurde in Einzelfertigung hergestellt. Die Klientel konnte es sich leisten, je nach Ausstattung bis zu einer Viertelmillion Kronen zu bezahlen. Die Kanzlei des Staatspräsidenten ließ sich das erste Exemplar sogar 280.000 Kronen kosten; ein Mehrfaches des Preises anderer damals erhältlicher Autos. Der kleine ŠKODA 422 beispielsweise sollte wenige Jahre später 38.000 Kronen kosten.

"Der ŠKODA Hispano Suiza ist ein Luxusauto, dem ein genialer Ingenieur bis ins letzte Detail seinen Stempel aufgedrückt hat und das mit höchster Sorgfalt und mit edlen Materialien hergestellt wurde", warb der Hersteller. Gewichtige Worte, denen das Gewicht des Fahrzeugs in nichts nachstand. Ein Exemplar brachte bis zu 2.700 Kilogramm auf die Waage. Das erforderte mächtig Kraft unter der Motorhaube. Für die Motorisierung griffen die Autobauer deshalb auf die weltbekannten Flugzeugaggregate von Hispano-­Suiza zurück.


Der ŠKODA Hispano Suiza ist ein Luxusauto.

Kraftvoll und elastisch

Der mit Flüssigkeit gekühlte Sechszylindermotor mit einem Hubraum von 6.654 cm3 brachte eine Dauerleistung von 100 PS und verbrauchte 18 bis 25 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h bedurfte es mächtiger mechanischer Bremsen mit Verstärker. Der Motor war so elastisch, dass für die Fahrt der dritte Gang ausreichte. Der erste Gang diente nur zum Einparken, der zweite zum Anfahren. Fünf der insgesamt 100 produzierten Schmuckstücke, von denen der Karosseriebau in Mladá Boleslav nun unter dem neuen Markennamen ŠKODA mindestens 29 Wagen beisteuerte, sind bis heute erhalten. Sie gehören in die Kategorie der luxuriösesten ŠKODA Automobile. Das letzte Exemplar des legendären Hispano Suiza wurde am 13. Januar 1930 verkauft.

Artikel erstmalig erschienen im ŠKODA Kundenmagazin Extratour, Nr. 1/2015.

 

 


18 bis 25 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

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