Rückspiegel ŠKODA: 115 erfolgreiche Jahre im Motorsport

Innovation, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu siegen - so gelang ŠKODA seine mittlerweile 115-jährige Karriere im Motorsport

Die 115-jährige Erfolgsgeschichte von ŠKODA Motorsport beginnt im Juni 1901. Pionier Narcis Podsednicek startet auf einem Zweirad der ŠKODA Vorgängerfirma Laurin & Klement (L&K) beim für Autos und Motorräder ausgeschriebenen Rennen von Paris nach Berlin. Nach 1.196 Kilometern erreicht er am 30. Juni als Erster das Ziel. Doch er wird nicht zum Sieger gekrönt, sondern disqualifiziert. Weil niemand einen Fahrer so früh erwartet hat, ist die Kontrollstelle unbesetzt – und die Bestätigung der Berliner Polizei lassen die Veranstalter nicht gelten. Der moralische Sieg ist der Beginn einer Erfolgsstory, die seit 2015 der ŠKODA FABIA R5 fortsetzt.

ŠKODA AUTO Deutschland Pilot Fabian Kreim hat in diesem Jahr mit dem Turbo-Allradler schon vier der ersten sechs Läufe in der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) gewonnen und führt das nationale Championat souverän an. Auch in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2) gab es zuletzt fünf Siege in Serie für den FABIA R5. Das aktuelle Rallye-Fahrzeug ist der Nachfolger des FABIA Super 2000, dem erfolgreichsten Modell in der Motorsportgeschichte von ŠKODA. Im Hightech-Allradler wurden fast 50 internationale und nationale Titel gewonnen, darunter Seriensiege in der FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) und der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC).

Die Titelträger stehen in einer langen Erfolgsliste des tschechischen Autoherstellers, die der ,rasende Schmied‘ Václav Vondrich 1905 mit seiner Teilnahme am Dourdan-Rennen beginnt. Seinen Spitznamen erhält er wegen eines Ranzens, den er während des Rennens auf dem Rücken trägt. Darin trägt Vondrich Werkzeug und Ersatzteile für den Fall einer Panne.

Schon damals zeichnete sich ab, dass dem Automobil die Zukunft gehört. Zu Pionieren für ŠKODA im Motorsport auf vier Rädern werden Otto Hieronimus und Alexander Graf Kolowrat-Krakowský – der in Anspielung auf seine leistungsstarken L&K-Boliden auch gern ,Graf Kilowatt‘ genannt wird. Siege am Semmering bei Wien 1908, am Gaillon in der Schweiz 1909 oder auch fünf Erfolge in Serie bei der österreichischen Alpenfahrt sind die Grundsteine für die große Rallye-Historie der Marke. Diese beginnt 1912 mit Graf Kolowrat-Krakowskýs Start bei der legendären Rallye Monte Carlo. Der 5,5-Liter-Vierzylinder seines L&K FCR leistete schon damals 100 PS.

der 'rasende' Schmied

Die Erfolge spiegeln sich im Automobilverkauf wider. Frei nach dem Motto „Win on Sunday, sell on Monday“ (Gewinne am Sonntag, verkaufe am Montag) werden die tschechischen Automobile immer beliebter. 1925 fusioniert Laurin & Klement mit einem Unternehmen namens Akciová Společnost, vormals bekannt als Škodovy Závody. Man beschließt, der Firma den Namen ŠKODA AUTO zu geben. Erster Höhepunkt: In den Dreißigerjahren starten Ingenieur Jaroslav Hausman und Rennfahrer Zdenek Pohl mit dem Bestseller ŠKODA Popular bei der legendären Rallye Monte Carlo und werden nach einem zweiten Platz in ihrer Klasse in der tschechischen Heimat wie Helden gefeiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzt ŠKODA 1950 mit der Teilnahme bei den 24 Stunden von Le Mans ein Ausrufezeichen. Im offenen zweisitzigen Sportwagen auf Basis des Serienmodells 1101 werden vor allem bei Rennen in Osteuropa Siege bei Rundstreckenrennen eingefahren. Doch auch im Rallye-Sport feiert ŠKODA mit einer Version der Familienlimousine OCTAVIA spektakuläre Erfolge. Besonders gefeiert werden die Finnen Esko Keinänen und Rainer Eklund im Jahr 1961. Sie gewinnen bei der ,Monte‘ nicht nur ihre Klasse, sondern bescheren ŠKODA auch einen sensationellen sechsten Platz im Gesamtklassement.

Win on Sunday, sell on Monday

Im Jahr 1964 erfolgt ein Umbruch. Mit dem 1000 MB setzt ŠKODA erstmals auf Heckmotor und selbsttragende Karosserie. Parallel zum Rallye-Modell wird mit dem für den 1000 MB entwickelten Motor ein Monoposto für Rundstreckenrennen gebaut. Auch dieses Experiment wird zum Erfolg: 1968 gewinnt Miroslav Fousek die osteuropäische Formel-3-Meisterschaft.

Es folgt die große Zeit des legendären 130 RS, der ab 1975 bei Rundstreckenrennen und im Rallye-Sport für Furore sorgt. Seinerzeit gern als ,Porsche des Ostens‘ bezeichnet, galt er nicht nur jenseits des Eisernen Vorhangs als ganz heißes Eisen. Der Hecktriebler basierte auf dem populären Sportcoupé ŠKODA 110 R, wurde aber durch zahlreiche Karosserieteile aus Aluminium und glasfaserverstärktem Kunststoff sowie Fenster aus splitterfestem Polycarbonat konsequent auf Leichtbau getrimmt. Ein sportliches Fahrwerk und ein leistungsgesteigerter Vierzylinder runden die Modifikationen ab. Der 1,3-Liter-Motor leistet 136 PS und beschleunigt den 130 RS auf bis zu 220 km/h. In dieser Konfiguration erzielte der 130 RS einen Doppelsieg in der Gruppe 2 bis 1,3 Liter Hubraum bei der Rallye Monte Carlo 1977. Zwischen 1976 und 1980 siegte er fünfmal in Folge bei der Rallye Bohemia. Und mit der Rundstreckenversion des 130 RS gewann ŠKODA 1981 die Markenwertung der Tourenwagen-Europameisterschaft. Die Faszination dieses Autos ist auch 41 Jahre nach seiner Premiere noch ungebrochen, wenn der deutsche Rallye-Rekordmeister Matthias Kahle das agile Coupé bei historischen Rallyes nach Herzenslust quer durch die Kurven treibt.

Legende auf vier Rädern

Die Legende 130 RS ist auch der Grundstein für eine neue Erfolgsära, die 1991 mit der Übernahme der Marke ŠKODA durch den Volkswagen-Konzern beginnt. Mit dem Modell FAVORIT gelingt die Umstellung auf Autos mit Frontmotor und Vorderradantrieb. Und wie sie gelingt: 1994 triumphiert der tschechische Autohersteller in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft in der Klasse der Zweiliterfahrzeuge. Auch das frontgetriebene ŠKODA FELICIA Kit Car erzielt ab 1995 Klassensiege in der Rallye-WM. 1997 und 1998 geht der ŠKODA OCTAVIA als Fronttriebler in der F2-Kategorie an den Start, dann wagt sich ŠKODA mit seinem Bestseller in die allerhöchste Liga: die der World Rally Cars (WRC). Der OCTAVIA WRC mit Allradantrieb und einem 300 PS starken Turbomotor ist 1999 das erste World Rally Car aus dem Hause ŠKODA und kommt in der Rallye-WM zum Einsatz. Der größte Erfolg gelingt dem deutschen Ass Armin Schwarz bei der Safari-Rallye. Bei der längsten und härtesten Rallye im WM-Kalender schafft er es 2001 als Dritter aufs Podium.

Eine neue Erfolgsära

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