Lifestyle Kater Karel - Der etwas andere Reiseführer

Auf Entdeckungsreise mit Kater Karel: Nichts ist schlimmer als langweilige Reiseführer. Das weiß die Kinderbuchautorin Carola Jürchott nur zu gut.

Fast 1,3 Millionen Menschen leben in der tschechischen Hauptstadt Prag. Wer die Stadt nicht kennt, kann sich schon mal rasch im Gewirr der Altstadt-Gassen verirren. Ein ortskundiger Freund ist da freilich Gold wert. Der kleine Benny hat Glück: Bei seinem Besuch in Prag lernt er den uralten Kater Karel kennen. Dessen weitverzweigte Kontakte zu unterschiedlichsten historischen Gestalten lassen Benny in die geheimnisvolle Geschichte dieser faszinierenden Stadt eintauchen – und natürlich erleben die beiden miteinander die tollsten Abenteuer.

Dabei ist es nur dem Zufall zu verdanken, dass sich die beiden begegnen. Alles beginnt damit, dass Benny morgens im Hotel zu früh aufwacht. Die Eltern schlafen noch – und so beschließt er aus Langeweile, sich ein paar Kaugummis am Kiosk vor dem Hotel zu kaufen. Da begrüßt ihn Karel plötzlich mit einem leisen Schnurren. Der kleine Junge fasst sofort Vertrauen zu dem zotteligen rothaarigen Vierbeiner, der ihn an den Kater Felix seiner Oma erinnert. Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit – und für ein Stück Fisch ist der sprechende Kater prompt bereit, seinem neuen Freund die Stadt zu zeigen.

Zu Besuch bei Fürsten und Königen

Die beiden haben tatsächlich „tierischen“ Spaß miteinander, als sie zusammen die Stadt erkunden. So statten sie unter anderem dem heiligen Wenzel einen Besuch ab, der auf seinem Pferd vor dem Nationalmuseum thront. Hier erfährt Benny von Karel, dass Wenzel deshalb als Heiliger und „Schutzpatron des Landes“ verehrt wird, weil er Böhmen einst gegen unzählige Feinde verteidigt haben soll. Doch Benny lernt noch viel mehr historische Gestalten und Märchenfiguren aus Prag kennen, das auch oft die „hunderttürmige“ Stadt genannt wird – obwohl es in Wirklichkeit weit mehr als 400 Türme hat.

Doch wie ist Prag eigentlich entstanden? Natürlich soll Benny die Geschichte dieser faszinierenden Stadt aus „erster Hand“ erfahren; dafür nutzt Karel seine guten Kontakte in die Vergangenheit und macht den Jungen mit der berühmten Fürstin und Wahrsagerin Libuše bekannt, die für die beiden Stadterkunder extra aus ihrem Gemälde heraustritt. Sie erzählt Benny und Karel von der Stadtgründung, bei der sie höchstpersönlich dabei war: „Eines Tages sah ich im Licht der abendlichen Sonne vor mir, wie eine prächtige Stadt entstand – reich und voller Glanz mit goldenen Türmen.“


Prag - reich und voller Glanz mit goldenen Türmen

Dass jedoch nicht alles Gold ist, was glänzt, und auch eine „Goldene Stadt“ ihre dunklen Geschichten hat, erfährt Benny an der Uhr am Altstädter Rathaus. Dort erzählt der goldene Hahn, der zur vollen Stunde kräht, die furchteinflößende Wahrheit über die Uhr und deren Schöpfer Meister Hanuš. Zu einem Prag-Besuch gehört natürlich auch die Prager Burg, die Karel mit seinem Freund Benny durchstreift, bevor sie das „Goldene Gässchen“ erkunden. Außerdem lernt Benny noch den berühmten Zauberer Žito kennen und erfährt am Ende seiner Zeitreise in die Vergangenheit, dass die Karlsbrücke mit Hilfe hartgekochter Eier gebaut wurde.

Insgesamt sieben Stationen besuchen Karel und Benny auf ihrem spannenden Stadtrundgang, bis Benny schließlich zurück zu den Eltern muss. Auch wenn er sich am Ende seines Abenteuers nicht ganz sicher ist, ob er vielleicht alles nur geträumt hat, stibitzt er sich vom Hotel-Frühstück zur Sicherheit ein Stückchen Räucherlachs für Karel. Man weiß ja nie …


Der goldene Hahn

Auf dem „Prager Eiffelturm“

Wenn Karel und Benny mehr Zeit gehabt hätten, wären sie bestimmt noch mit der Standseilbahn auf den Petřín gefahren. Die „Lánovka“ wie die Bahn auf Tschechisch heißt, stammt aus dem Jahre 1891. Man kann sie sogar mit einem Straßenbahnticket nutzen. Oben angekommen, wird es dann richtig spannend: Hier steht der Prager „Eiffelturm“, wie das Bauwerk im Volksmund gern genannt wird. Auch er wurde 1891 anlässlich der Weltausstellung errichtet. 299 Stufen sind zu erklimmen – doch es lohnt sich: Von oben genießt man einen großartigen Blick über die Moldau-Metropole. Schon manch einer hat versucht, von hier aus die Türme zu zählen. Doch wie es scheint, sind es tatsächlich unendlich viel mehr als 100 …

Nach dem Abstieg kann man sich an der kleinen Imbissbude mit einem Eis oder Getränk erfrischen. Wenn der „Akku wieder geladen ist“, sollten Sie unbedingt noch das Spiegellabyrinth besuchen: Ein Gang durch das Labyrinth – das übrigens ebenso alt ist wie der benachbarte Turm – bietet ein wirklich großartiges Erlebnis. Zurück in die Stadt geht es dann entweder zu Fuß durch den Park (in dem ein großer Spielplatz auf Sie wartet) oder mit der Standseilbahn. Apropos stehen: Wer noch nie ein Auto auf Beinen gesehen hat, sollte noch schnell einen Blick von hinten in den Garten der Deutschen Botschaft werfen. Dort steht ein goldener Trabant mit Beinen. Diesen hat der Künstler David Černy entworfen, nachdem im Sommer 1989 viele Menschen auf der Flucht aus der ehemaligen DDR ihre Trabis am Straßenrand stehen ließen und in der bundesdeutschen Botschaft Zuflucht suchten.

 

Über Carola Jürchott

Die Autorin des Buches ist selbst Prag-Fan, hat einen Sohn namens Benny – und es gab sogar mal einen alten rothaarigen Kater in ihrer Familie. „Der Altstädter Ring und die Kleinseite faszinieren mich besonders an Prag“, schwärmt Carola Jürchott, die außerdem eine ausgewiesene Kennerin der tschechischen Märchen und Sagen ist.

Artikel erstmalig erschienen im ŠKODA Kundenmagazin Extratour, Nr. 3/2015.


Erst mal den Akku wieder aufladen

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