Rückspiegel Jubiläum: 25 Jahre ŠKODA AUTO Deutschland

Eine Zukunftsmarke mit Tradition: Rückblick auf die Geschichte von Deutschlands erfolgreichstem Importeur

Es sei viel Kleinarbeit notwendig gewesen, erinnern sich Mitarbeiter der ersten Stunde, um ŠKODA in Deutschland zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber zu machen. Denn in den Jahrzehnten des Kommunismus bauten die Tschechen Autos, die zwar in den Bruderländern noch eher zu den besseren zählten, im Westen aber Lichtjahre hinter dem Standard hinterher hinkten. Entsprechend homöopathisch waren hier die Verkaufszahlen, mit einer kleinen Ausnahme.

Über die Firma Semex in Furth im Wald (Kreis Cham) wurde der Europa-Export abgewickelt. Firmen-Mitarbeiter und auch einige andere experimentierfreudige Kunden sorgten für eine gewisse Verbreitung von ŠKODA Autos im näheren Umkreis. Ein Neufahrzeug für anspruchslose Sparfüchse mit ausgeprägtem Basteltrieb – so ungefähr lässt sich das Angebot bis Ende der 1980er Jahre beschreiben.

Ortswechsel: Im hessischen Biebesheim existierte ein Unternehmen, das Fahrzeuge der jugoslawischen Marke Yugo nach Deutschland importierte. Durch den Ausbruch des Krieges 1991 im ehemaligen Jugoslawien und das Handelsembargo gegen das aus Serbien und Montenegro gebildete Rest-Jugoslawien kam für die Marke Yugo das vorläufige Ende und somit auch für den Importeur in Biebesheim. Zur gleichen Zeit wurde der Einstieg von Volkswagen bei ŠKODA besiegelt. Mit dem bis dahin aufgebauten Vertriebsnetz und der Mannschaft konnten die Vertreter von VW überzeugt werden: Aus Yugo wurde der offizielle ŠKODA Importeur für Deutschland.

unten weiterlesen

Starke Mannschaft

Mit knapp 50 Mitarbeitern erfolgte im Mai 1992 der Umzug nach Weiterstadt (Hessen). Im Laufe der Jahre sah man mit Ulrich Urban, Artur Langer, Peter Fegebank, Burkhard von Fritsch, Dieter Sitz, Alfred Rieck und Hermann Schmitt bis heute sieben Geschäftsführer kommen und gehen, und mit Imelda Labbé hat sich als Nummer acht gerade die erste Geschäftsführerin verabschiedet.

Den Start ins nächste Vierteljahrhundert begleitet seit 1. September 2016 Frank Jürgens und mit ihm die inzwischen auf rund 350 Personen gewachsene ŠKODA Mannschaft.

In ganz frühen Zeiten, bestand das Produktportfolio aus FAVORIT oder FORMAN. Klimaanlage oder Zentralverriegelung waren im Wunschkonzert nicht vorgesehen. So hieß es im Mai 1992 in einem wenig schmeichelhaften Testbericht der Süddeutschen Zeitung über den FORMAN u.a.:


Frank Jürgens

"'ŠKODA hat nämlich kein schlechtes Image, sondern gar keines', versichert ŠKODA Deutschland Geschäftsführer Ulrich Urban treuherzig. (...) Wie fahren sich nun FAVORIT und FORMAN, neben denen es auch noch eine Pickup-Variante gibt? Der Motor verleugnet nicht, dass er ein Vertreter der älteren Generation ist: 54 PS reichen zwar völlig aus, um im Alltagsverkehr mitzuschwimmen, und die erzielbare Höchstgeschwindigkeit liegt knapp über der auf deutschen Autobahnen empfohlenen Richtgeschwindigkeit - in puncto Laufkultur darf man von dem hubraumschwachen Aggregat aber keine Wunderdinge erwarten. (...)"

Erfolg der Marke

Diese zeitgenössische Produktbeschreibung spricht Bände. Dem Erfolg der Marke ŠKODA jedoch tat das keinen Abbruch. 

"Seitdem sich nun im April 1991 Volkswagen zu 70 Prozent an dem vormals in Staatsbesitz befindlichen Konzern beteiligt hat, soll das Geschäft massiv angekurbelt werden. (...) Doch Detailverbesserungen wie die Verringerung des Türspalts, die Verwendung von neuen Stoffen oder eine neue, elastische Lagerung für den Lüftungsventilator zur Geräuschminderung werden nicht ausreichen, um auch im Westen Fuß zu fassen."

Stolz verkündete ŠKODA AUTO Deutschland Geschäftsführer Dieter Sitz bei der Journalisten-Präsentation des FELICIA mit dem neuen ŠKODA Familiengesicht im März 1998 auf Schloss Kronberg (!): "Es hat sich herumgesprochen, dass die schöne Tochter des VW Konzerns Fahrzeuge auf höchstem Qualitätsniveau anbietet."


FELICIA

Auch die Testredakteure der Süddeutschen titelten in einer Mai-Ausgabe 1998 nun mit der Überschrift "Geheimtipp im Westen" und schrieben gar von einem ŠKODA Markterfolg. Damit bezogen sie sich auf die Baureihe FELICIA, von der im Jahr 1997 297.000 Fahrzeuge gebaut wurden. Dieses "unscheinbare Fahrzeug" laufe sogar dem neu eingeführten OCTAVIA den Rang ab!

Als Geheimtipp gehandelt zu werden fand Dieter Sitz damals zwar ehrenvoll, lieber wäre ihm – wie er anlässlich der Kronberger Präsentation erklärte – jedoch ein Ausbau des Marktanteils von gerade einmal 0,83 Prozent auf zwei bis drei Prozent mit dem Resultat, „dass sich die Existenz von ŠKODA Fahrzeugen auf deutschen Straßen einfach nicht mehr geheimhalten lässt“. Was in den Anfangszeiten des Unternehmens ŠKODA AUTO Deutschland viele als Träumerei abtaten, sollte bald Realität sein. 


Geheimtipp im Westen

Deutschland war zum Exportmarkt Nummer eins für die Marke ŠKODA avanciert. Der tschechische Autobauer hatte im zurückliegenden Jahr 1997 gute 30.000 Fahrzeuge verkaufen können, und der FELICIA rangierte immerhin auf Platz 37 (!) der allgemeinen Bestsellerliste. Im Februar 1998 knackte man schließlich die magische Marktanteilshürde von einem Prozent.

Die Neuen aus Tschechien

Auch in den alten Bundesländern fanden sich mehr und mehr ŠKODA Fans. Dort war die Anzahl der Zulassungen überproportional gestiegen. 2.428 Fahrzeuge der Modellreihen FELICIA und OCTAVIA wurden neu in den Verkehr gebracht. Das entsprach stolzen 77,23 Prozent Zuwachs gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (Januar/Februar 1997). In den neuen Bundesländern verzeichnete man 3.023 ŠKODA Zulassungen und damit eine Steigerung um knapp zwanzig Prozent.

Der ŠKODA OCTAVIA im stilsicheren Outfit rollte 1997 auf den deutschen Markt und eröffnete den Reigen der "Neuen aus Tschechien". Er trug maßgeblich zum Imagewechsel der Marke mit dem geflügelten Pfeil bei. Es folgten der kompakte FABIA und der SUPERB, und weiter ging es Schlag auf Schlag.

Mit modernen, zeitgemäßen Produkten und durch Herzblut und Engagement der Menschen dahinter ist aus der Traditionsmarke, der man einst nur wenige Zukunftsaussichten bescheinigte, eine Zukunftsmarke mit Tradition geworden.


Imagewechsel

Mehr zu ŠKODA AUTO Deutschland:

In Touch with ŠKODA.

Das neue Online-Magazin extratouch von ŠKODA AUTO Deutschland ist Ihre neue Web-Adresse für spannende Interviews, aktuelle Hintergrundinformationen, vielseitige Einblicke in die Welt der tschechischen Traditionsmarke und interessante Geschichten über Menschen und aus dem Leben. Willkommen!
Impressum | Datenschutz

Nach oben