Lifestyle Inspiration und Muße: Karl May in Birnai

Die märchenhafte Landschaft Nordböhmens inspirierte zahlreiche namhafte Künstler. Unter ihnen war auch Karl May.

Üppige Natur, Märchenlandschaften, geheimnisvolle Orte und der spröde Charme seiner Bewohner: All das zog schon in der Vergangenheit viele Künstler nach Nordböhmen. Wagner schrieb auf Burg Schreckenstein an seinem Tannhäuser – und Karl May zog sich während seiner Arbeit an "Weihnacht" ins romantische Birnai zurück. Im neuen Teil der Serie Nordböhmen begeben wir uns auf die Spuren des Schriftstellers und ins weihnachtliche Ústí nad Labem/Aussig. Über enge Straßen entlang der Elbe führt der Weg in die Vergangenheit Karl Mays. Fast ein wenig versteckt weist ein Schild zur Pension Srdíčko (Herzchen), einst "Herzigs Sommerfrische", die romantisch am Elbufer liegt.

In der Pension wird der berühmte Gast Karl May heute wieder gefeiert. Zweisprachige Tafeln erinnern daran, dass der Schriftsteller 1897 und 1898 in der damaligen Pension Herzigs Sommerfrische jeweils einige Wochen verbrachte und hier binnen kurzer Zeit große Teile seines Romans "Weihnacht" zu Papier gebracht haben soll. Der Blick auf die Elbe und die steilen Hänge des Elbsandsteingebirges dürften Mays Fantasie jedenfalls ordentlich beflügelt haben. In der Gaststube, so erzählt man sich, saß er stets am gleichen Platz und arbeitete ohne Unterlass. 

Weihnacht in Böhmen

Die Handlung seines Romans Weihnacht beginnt tatsächlich in Böhmen: Zwei Gymnasiasten – Sappho und sein Freund Carpio – begeben sich auf eine Winterreise im böhmisch-sächsischen Grenzgebiet. Möglich ist das, weil Sappho durch die Veröffentlichung seines Gedichts "Weihnachten" zuvor etwas Geld verdient hatte. Im böhmischen Falkenau/Sokolov lernen sie schließlich die verarmte Familie Hiller kennen und helfen ihr in einer Notlage.

Viele Jahre später trifft Sappho, längst zum berühmten Old Shatterhand geworden, Frau Hiller in Amerika wieder. Ihr Mann ist verschollen und sie bittet Old Shatterhand, ihn zu suchen. Gemeinsam mit seinem Blutsbruder Winnetou macht er sich auf den Weg ins Felsengebirge, das in Karls Mays Gedankenwelt vielleicht wie die böhmischen Felsformationen aussah. Dort finden die beide auch den alten Freund Carpio wieder. Dass sich Karl May nach Nordböhmen zurückzog, war beileibe kein Zufall – er kannte die Gegend bereits. Schon einmal hatte die raue Natur ihm Zuflucht geboten, damals, 1869. Als Untersuchungsgefangener wegen angeblicher Betrugsdelikte floh er am 26. Juli des Jahres aus Sachsen und setzte sich nach Nordböhmen ab.

Am 4. Januar 1870 wurde er in Algersdorf (heute Valkeřice) schlafend auf dem Dachboden einer Scheune entdeckt und kurzerhand als Landstreicher verhaftet. Den Ordnungshütern machte er weis, er hieße Albin Wadenbach und reise mit seinem Bruder, von dem er sich kurz getrennt hatte, durch Europa. Die frei erfundene Geschichte schien überzeugend. Erst nach ein paar Wochen wurde Karl May identifiziert, nach Sachsen ausgeliefert und ging für vier Jahre ins Gefängnis.

Karl May (1842 bis 1912)

Das Gespenst von Schreckenstein

Nicht nur Karl May war von der zerklüfteten Landschaft Nordböhmens hingerissen; auf der in der Nähe von Karl Mays geliebter Pension im 14. Jahrhundert erbauten Felsenburg Schreckenstein/Střekov weilte 1842 der Komponist Richard Wagner. Hier plante er seinen Tannhäuser und war von der ritterlich-gruseligen Atmosphäre derart angetan, dass er zu Vollmondnächten – nur in ein Betttuch gehüllt – an der Burgmauer als Gespenst spazieren ging.

Heute beherbergt die Burg Schreckenstein ein Museum zur Geschichte des Bauwerks. Das Restaurant "Wagnerka" erinnert namentlich an das wohl berühmteste Gespenst. Unweit der Burg liegt das Zentrum von Ústí nad Labem. Die knapp 100.000-Einwohner-Stadt, die sich als "Tor nach Böhmen" bezeichnet, hat viele Gesichter. Plattenbauten, Jugendstil-Villenviertel, moderne Brücken und einen großen Hafen. Lange Jahre als Industriestadt verschrien, müht sich die Gemeinde seit Jahren um einen besseren Ruf und besticht heute durch einen ganz eigenen Charme.

Mit einer Sehenswürdigkeit macht die im 10. Jahrhundert gegründete Stadt sogar Pisa Konkurrenz: Denn der Turm der gotischen Mariä-Himmelfahrts-Kirche neigt sich seit den Bombenangriffen im April 1945 um zwei Meter und ist seitdem einer der schiefsten Türme Europas.

Glühwein und Kunsthandwerk

Ganz in der Nähe findet auf dem Lidické náměstí ab dem ersten Advent jährlich der Weihnachtsmarkt statt. Aus den kleinen Buden duften einladend Glühwein und Grillwürstchen, Kunsthandwerker bieten ihre Waren feil, von irgendwo dudelt tschechische Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern und sogar ein Weihnachtsstädtchen (Kostelním náměstí) kann bestaunt werden. Die Stimmung ist entspannt, viele Familien stimmen sich auf die Weihnachtszeit ein, besonders an den Wochenenden. Fußläufig von hier ist das Stadtmuseum zu erreichen, das einen Überblick zur Geschichte Ústí nad Labems gibt.

Das Museum ist im mondänen alten Postgebäude aus dem 19. Jahrhundert untergebracht und wurde 2011 umfassend mit EU-Mitteln modernisiert. Zum Abschluss sollte man sich mit einem Blick von oben belohnen: Das Schlösschen Větruše (Ferdinandshöhe), das sich oberhalb des Elbtals erhebt, ist seit 2011 wieder mit der Seilbahn zu erreichen. Oben erwarten den Besucher ein Hotel, ein Restaurant und ein Aussichtsturm. Der Blick ist atemberaubend: Außer dem Stadtzentrum sind die Burg Schreckenstein, die große Masaryk Schiffsschleuse und die einzigartige Brücke Mariánský most zu sehen.

Weihnachtsstädtchen

Nordböhmen genießen

Nordböhmen erkunden und genießen – dies geht am Besten von Ústí
 nad Labem (Aussig) aus. Oberhalb des Elbtals liegt das Vier-Sterne-Hotel Vertruse – auch bekannt als Schlösschen Vertruse. Das
 Angebot umfasst zwei Übernachtungen im Doppelzimmer sowie das 
Frühstücksbuffet und einen Welcome-Drink. Zudem gibt es an den 
Abenden jeweils ein 3-Gänge-Dinner. Ein Ticket für die Seilbahnauf- 
beziehungsweise -abfahrt ist im Preis enthalten. Natürlich bietet sich 
auch die Gelegenheit, ŠKODA zu erkunden. So sind die Eintritte in das ŠKODA Museum wie auch das ŠKODA Werk in Mladá Boleslav ebenfalls Teil des Angebots. Im Preis inbegriffen ist zudem der Hin- und Rücktransfer zwischen Museum und Werk. Ein Aufenthalt in Ústí nad Labem ist ganzjährig, nach Verfügbarkeit, von Freitag bis Montag oder Samstag bis Montag buchbar. Die Preise im Doppelzimmer betragen pro Person von Januar bis März 2017 125 Euro; von April bis Juni 2017 135 Euro; von Juli bis August 2017 130 Euro; von September bis Oktober 2017 135 Euro und von November bis Dezember 2017 125 Euro.
Details unter: www.kampf.net | Tel. 0 60 51-47 38 08 | skoda@kampf.net

4-Sterne-Hotel Vetruse

Mehr erfahren über Ústí
 nad Labem:

Artikel erstmalig erschienen im ŠKODA Kundenmagazin extratour, Nr. 4/2016.

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