Lifestyle Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Ausstellung in Prag: Original Kleider & Requisiten aus dem Weihnachtskultmärchen

Er hat Millionen Menschen weltweit verzaubert – der bei Jung und Alt gleichermaßen beliebte Märchenfilm-Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Für dessen Fans gibt es jetzt eine Dauerausstellung in Prag.

Der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist das Weihnachtskultmärchen schlechthin – und so erobert Aschenbrödel Jahr für Jahr zu den Festtagen auf fast allen Fernsehkanälen (nicht nur) das Herz des Prinzen. Umso erfreulicher, dass in der Filmfabrik der Barrandov Studios in Prag/Tschechien, in der seit über 40 Jahren sämtliche Kleider und Requisiten der Märchenverfilmung von 1973 (Regisseur: Václav Vorlíček) aufbewahrt werden, ab sofort eine Dauerausstellung zu diesem sowie weiteren Filmklassikern zu bestaunen ist.

Es ist ein bisschen wie im Märchen. Die Roben auf den Ständern glitzern, von den Wänden lächeln Prinz und Prinzessin, König, Stiefmutter und viele weitere Mitwirkende des Aschenbrödel-Films. Darüber hinaus gibt es Bilder der verschiedenen Drehorte zu sehen, darunter Moritzburg (bei Dresden) oder das Wasserschloss Švihov in der damaligen Tschechoslowakei; sogar eine Kopie des Filmvertrags prangt an der Wand.

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Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden jedoch die faszinierenden Kostüme – die mittlerweile so wertvoll sind, dass das silberne Brautkleid, das Ballkleid, die feinen Schuhe und die Handschuhe, die Libuše Šafránková  (Aschenbrödel) vor über 40 Jahren trug, in Glasvitrinen ausgestellt werden müssen. Ebenfalls zu bewundern sind die Kleider des Prinzen aus der Jagdszene des Films sowie eine Armbrust, die an dessen Jagdabenteuer erinnert.

Sommerkostüm im Kunstschnee

Blickt man auf die dünnen Stoffe der Filmkostüme, so wagt man sich kaum vorzustellen, dass die Schauspieler bei winterlichen Temperaturen teilweise stundenlang darin ausharren mussten. Der Plan war ursprünglich ein anderer gewesen: "Eigentlich sollte der Film im Frühling produziert werden, doch die DEFA Filmproduktion aus Potsdam (DDR), in deren Studios unter anderem gedreht werden sollte, hatte damals gerade freie Kapazitäten", sagt Věra Krátká, Chefin des Kostüm- und Requisitenfundus.

Auch Aschenbrödels Prinz Pavel Trávníček, heute bereits 65 Jahre alt und stolzer Besitzer eines eigenen Theaters, erinnert sich noch immer lebhaft an seine Prinzessin und die Dreharbeiten der deutsch-tschechischen Produktion. Vor allem die winterlichen Drehbedingungen sind ihm bis heute gegenwärtig: "Wir haben immer gefroren, denn es waren minus 15 Grad draußen, und es wurde zu 90 Prozent unter freiem Himmel gedreht."

Wir haben immer gefroren, denn es waren minus 15 Grad.

Dass die Kleider heute überhaupt noch so gut erhalten sind, ist neben der sorgsamen Pflege auch der Tatsache geschuldet, dass "alle immer Aschenbrödels Kleid bei dem schlechten Wetter hochgehalten haben, damit es ja nicht verschmutzt oder kaputtgeht", erinnert sich der ehemalige Prinz. Er verrät auch, dass es mit dem Schnee damals gar nicht so einfach war, denn märchenhafte weiße Flocken wollten einfach nicht fallen. "Da wurde dann mit Kunstschnee gearbeitet, der ständig von den Bäumen herabwehte", sagt Pavel Trávníček.

Für ihn war die Rolle als Prinz in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" sein erstes Filmengagement. "Der Regisseur Václav Vorlíček hat mich aus zahlreichen Bewerbern ausgesucht; ich konnte es selbst kaum glauben, schließlich war ich zu der Zeit erst Schauspielschüler", erzählt Trávníček. Und ihm wurde nichts geschenkt: Der Prinz musste erst einmal reiten lernen (was er bis heute liebt); zudem war sein mährischer Dialekt so ausgeprägt, dass seine Textpassagen nachsynchronisiert werden mussten. "Aber was macht das schon, ich war eben noch unerfahren", erzählt Trávníček mit einem verschmitzten Lächeln.

Filmschätze im Fundus

Dass der Film einmal so berühmt werden würde, ahnte damals keiner. Nach dem Dreh gingen viele Möbel und andere Requisiten deshalb einfach unbeschriftet zurück in den Riesenfundus der Filmstudios. Auch wenn man später, als der Film zum Hit wurde, vieles davon gesondert verwahrt hat, so schlummert in den riesigen Hallen unter all den Möbeln, Kleidern, Hüten und Büsten mit Sicherheit auch heute noch Unentdecktes aus dem Märchenfilm. Apropos: Wer die Ausstellung zu "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" besucht, sollte unbedingt an einer Führung durch den Kostüm- und Requisitenfundus teilnehmen.

Der Prinz und das Aschenbrödel sind übrigens bis zum 28. Februar 2016 nach zwei Jahren Pause auch wieder am einstigen Drehort in Schloss Moritzburg zu sehen. Auf 700 Quadratmetern, in insgesamt zehn Räumen, können die Aschenbrödel-Fans in einer Ausstellung alles über die Produktion des Kultfilms erfahren – und sogar durch drei Filmszenen "hindurchflanieren". Anzutreffen ist "Aschenbrödel auf dem Hof", ihre "Freiheit im Wald" sowie die "Prinzessin auf dem Ball".

Der Regisseur hat mich aus zahlreichen Bewerbern ausgesucht; ich konnte es selbst kaum glauben, schließlich war ich zu der Zeit erst Schauspielschüler.

Die gerade vor einem Monat eröffnete Ausstellung zu "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist für fünf Jahre geplant und wird immer während des Winters geöffnet sein. Die Chancen stehen gut, Pavel Trávníček zu treffen. Er will sich die neue Ausstellung unbedingt ansehen.

Ausstellung und Führungen in den Studios Barrandov
Informationen zur Ausstellung unter www.barrandov.cz/en/. Führungen (in englischer Sprache) durch den Fundus auf Bestellung unter prohlidky@barrandov.cz.

Ausstellung in Moritzburg
Info und Vorbestellung unter: www.schloss-moritzburg.de

 

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