Events Digitale Trends in der Automobilindustrie

ŠKODA traf bei der Mobility.Pioneers-Konferenz in München auf 50 der vielversprechendsten Start-Ups der Tech-Branche

Digitale Innovationen haben unseren Alltag und die Art verändert, wie wir uns im Verkehr bewegen. Auch aus unseren Fahrzeugen sind moderne Dienste und Produkte für eine höhere Konnektivität nicht mehr wegzudenken. Kunden diese Technologien anzubieten ist nicht nur wichtig, sondern notwendig. „Es geht nicht darum, ob man als traditioneller Autohersteller ohne Konnektivität oder digitale Lösungen wettbewerbsfähig bleibt. Ich glaube, dass es mehr eine Frage des Überlebens ist. Wer diesen Weg nicht mitgeht, kann sich aus dem Geschäft verabschieden. Das Ende droht vielleicht nicht gleich morgen, vielleicht übersteht das Unternehmen auch weitere drei Jahre, doch in Zukunft tendieren die Überlebenschancen ohne Konnektivitäts- oder andere digitale Angebote gegen Null“, prognostiziert Jarmila Plachá, Leiterin des ŠKODA DigiLab.

ŠKODA fördert seit Jahren den Austausch mit kreativen Vorreitern der Informations- und Kommunikationsbranche. So auch bei der renommierten Veranstaltung Mobility.Pioneers, die am 7. und 8. Februar in München stattgefunden hat. Dort trafen Automobilhersteller und Technologieanbieter auf 50 der vielversprechendsten Start-Ups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Smart Transportation, autonomes Fahren und Konnektivität. Auch ŠKODA forscht mit seinem neu gegründeten DigiLab in diesen Segmenten und lieferte bei der Konferenz in München einen intimen Einblick in die Arbeit der internen Ideenwerkstatt. Beim Workshop ,Connect to ŠKODA‘ präsentierte der Hersteller mit dem neue KODIAQ das erste voll vernetzte Fahrzeug der Marke und erläuterte die Innovationsstrategie des Unternehmens.

Im Folgenden werden drei interessante und innovative Start-Ups vorgestellt. Welche Innovationen machen sie besonders? Welche Idee steckt hinter ihrem Angebot? Haben sie eine reelle Chance mit ŠKODA zusammen zu arbeiten?

Mobiag – Lösungen für Carsharing und Fleetsharing

Das portugiesische Start-Up Mobiag bietet seinen Kunden zukunftsweisende Lösungen für Car- sowie  Fleetsharing und hält auch für Autovermieter interessante Ideen bereit. Von der Hardware in den Fahrzeugen über ein Back-End für Mitarbeiter bis hin zu nützlichen Apps und einem leicht bedienbaren Web-Portal für den Endverbraucher – das junge Unternehmen präsentierte eine ,End-to-End-Lösung‘ für kleinere Firmen wie große Konzerne und deren Kunden. Die Hardware Mobiag Connect kann in jedem Auto einer Flotte installiert werden. Das Onboard-System erlaubt den Zugriff auf die Daten einzelner Fahrzeuge sowie der gesamten Flotte. Der Fuhrparkmanager kann zum Beispiel Informationen über Flüssigkeitsstände, Service-Intervalle und Fahrleistungen abrufen. Aus der Ferne können auch Fahrzeuge abgeschlossen oder stillgelegt werden. Mit dem SaaS-System (Software as a Service) mobiCS können Geschäftspartner ihre gesamten Vorgänge online verwalten. Die Software „wurde auf der Basis von Erfahrungen vieler Mobilitätsexperten aus dem Business-Bereich entworfen. So können wir sicherstellen, dass die Kunden alle notwendigen Funktionen für ihren geschäftlichen Erfolg erhalten“, sagt João Felix, Geschäftsführer von Mobiag. Mit mobiCS können die Geschäftspartner ihre Flotte, Neukundenregistrierungen, bestehende Mitgliedschaften, mögliche Kundenfragen, Reservierungen und Rechnungen verwalten.
Als zusätzlichen Service bietet Mobiag Benutzeroberflächen, die den jeweiligen Anwendungsanforderungen angepasst werden können: Smartphone-Apps und die Website für den Endverbraucher lassen sich dank einer variablen Programmierschnittstelle (API) so überarbeiten, dass sie den Arbeits- und Fahreralltag deutlich erleichtern. Der Vorteil für die Geschäftspartner: Mit diesen Tools können sie individuelle Benutzeroberflächen erstellen und noch gezielter Kundenwünsche erfüllen. Mit klar definierbaren Nutzerregeln sind sie der Konkurrenz einen Schritt voraus. Die Apps von Mobiag sind einfach zu bedienen, geben dem Kunden einen klaren Überblick über gefahrene Kilometer und bieten volle Kostenkontrolle.

Mobiag-Geschäftsführer Felix über die Vorteile seines Produkts: „Unser SaaS-Modell ist sehr effizient und liefert zügig die gewünschten Informationen. Darüber hinaus bietet es hohe Flexibilität. Wir möchten unseren Kunden einen Premium-Service im Car-Sharing-Bereich anbieten. Aus diesem Grund entwickeln wir gemeinsam mit ŠKODA.“ ŠKODA und Mobiag arbeiten bereits seit rund zwei Jahren zusammen: 2015 starteten die Partner ein Carsharing-Netzwerk in Lissabon. Nach zunächst 20 Modellen der FABIA-Baureihe will das portugiesische Start-Up weitere Autos der tschechischen Automobilmarke mit der Konnektivitätstechnologie für die effiziente Flottennutzung ausrüsten. Auch die MyŠKODA App soll in das Netzwerk integriert werden und die Nutzung des cleveren Carsharing-Dienstes zusätzlich erleichtern.

Premium-Carsharing-Service

Expertenmeinung von Frau Plachá:

„Wir waren sehr positiv überrascht, als wir bei unserer Diskussion mit Mobiaq erfuhren, dass sie mit unseren ŠKODA Kollegen in Portugal zusammengearbeitet haben und diese Kooperation weiter ausbauen wollen. In den kommenden Wochen werden wir analysieren, wie und ob ihre Technologie in anderen Märkte einschließlich der Tschechischen Republik eingesetzt werden kann und wie effizient und einzigartig ihre Lösung im Vergleich zu anderen Wettbewerbern ist.“

Photoneo – Roboter für mehr Arbeitssicherheit

Das slowakische Start-Up Photoneo hat ein automatisiertes Bin-Picking-System entwickelt, das auf einer neuen 3D-Scannertechnik basiert. Der englische Ausdruck ,Bin Picking‘ bedeutet frei übersetzt ,Griff in die Kiste‘ und beschreibt ein robotergestütztes Verfahren, das in der Logistik oder Produktion erforscht wird. Bei der Demonstration auf der Mobility.Pioneers-Konferenz entnahm ein kleiner Roboter zufällig verteilte Objekte aus einem Container und platzierte sie sauber angeordnet in einem zweiten Container. CEO Ján Žižka erklärte bei der Mobility.Pioniers-Veranstaltung, dass „Roboter künstliche Mitarbeiter werden sollen, die ihre Umwelt aktiv wahrnehmen“.

Der mechanische ,Arm‘ des Roboters ist mit einem speziellen 3D-Scanner am Kopf ausgestattet. Dank der fortgeschrittenen Algorithmen erzielt das System eine sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeit und Präzision. So können Objekte gescannt und sogar CAD-Model (Computer-Aided Design) integriert werden. Das System wählt selbständig oder auf Befehl einzelne Objekte aus und platziert sie an den passenden Positionen.

Laut Photoneo liegt der Vorteil für ŠKODA auf der Hand: Bestimmte Aufgaben in der Produktion, die für den Menschen potenzielle Gefahren bergen, könnten künftig von Robotern erledigt werden. Der statische Roboterarm, den Photoneo bei der Veranstaltung Mobility.Pioneers präsentierte, zählt zu den ersten Entwürfen. Künftig sollen flexiblere Roboter noch umfangreichere und komplexere Aufträge ausführen können.

„Die letzte Entwicklungsstufe ist ein Roboter, der sich seiner Umgebung völlig bewusst ist“, sagt Žižka. „Er sollte mehr und mehr ein künstlicher Angestellter werden, der Schäden und Unfälle vermeidet.“

Künstliche Intelligenz für sicheres Arbeiten

Expertenmeinung von Frau Plachá:

„Photoneo wurde in der Slowakei mit einem Team von Visionären und talentierten Ingenieuren gegründet, die sich auf 3D-Technologien konzentrieren. Ihre Idee: Roboter mit der komplexen Funktion eines menschlichen Auges zu entwickeln. Sie besitzen eine patentierte Technologie von fortschrittlichen 3D-Kameras. Wir im ŠKODA DigiLab sehen viele mögliche Bereiche für eine künftige Zusammenarbeit – von Robotern über Drohnen bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen. Wir werden mit dem Photoneo-Team in den kommenden Wochen und Monaten zusammenarbeiten, um konkrete Einsatzmöglichkeiten und Projekte zu identifizieren. Von der Entwicklung versprechen wir uns einen Mehrwert für unser Unternehmen. Das Photoneo-Team, die Idee und die Technik sind sehr vielversprechend.“

Neuron soundware - mechanische Fehler anhand des Klangs erkennen

Können Sie sich einen Computer vorstellen, der defekte Maschinen nur am Sound identifiziert? Pavel Konečný, Vorstandsvorsitzender des tschechischen Start-Ups Neuron soundware, arbeitet an dieser Technologie: „Unser System erkennt mechanische Probleme bereits nach wenigen Sekunden mit einer Genauigkeit von mehr als 99,95%. Das ist ein hervorragender Wert für den industriellen Einsatz. Die Software sperrt Umgebungsgeräusche effektiv aus – ein entscheidender Faktor für die hohe Zuverlässigkeit des Systems.“

Neuron soundware setzt auf künstliche Intelligenz und bedient sich dabei des sogenannten ,Deep-Learnings‘. In diesem hochmodernen Verfahren wird ein Programm mit zahlreichen digitalen Tönen gefüttert und lernt dabei selbständig, die Informationen zu kategorisieren. So entsteht wie in unserem Gehirn eine Art neuronales Netz, das die gewonnenen Informationen entsprechend der jeweiligen Zielvorgabe verarbeitet. Sobald die Software anhand dieser Informationen eine fehlerhaft laufende Maschine erkennen kann, wird sie auf einen Mikrocomputer aufgespielt. Ausgestattet mit einem Mikrofon hört das System nun die Klänge in seiner Umgebung und warnt vor eventuellen Schäden am Fahrzeug. Mit dieser Technologie können defekte Komponenten viel einfacher und schneller identifiziert werden.

Laut Pavel Konečný ist die Software ein wichtiges Analysewerkzeug, das auch die Fahrzeuginspektion enorm erleichtert. Mechaniker können zum Beispiel über eine App auf Smartphone oder Tablet die Geräusche des Autos aufzeichnen und mögliche Fahrzeugmängel erkennen. Das Start-Up arbeitet aktuell mit ŠKODA an der Realisierung dieser neuen Software.

Schaden durch Klang erkennen

Expertenmeinung von Frau Plachá:

„Wir haben schon vor unserer Reise nach München mit dem Neuron soundware-Team gesprochen. Das Unternehmen hat nicht nur mehrere tschechische Start-Up-Wettbewerbe (u.a. ,Connect Vision to Solutions‘) gewonnen, die von der tschechisch-deutschen Industrie- und Handelskammer organisiert und von ŠKODA AUTO unterstützt wurden. Auch zahlreiche Venture Capital Fonds sind auf das Start-Up aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Neuron soundware bereiten wir im ŠKODA DigiLab derzeit zwei Pilotprojekte vor und wollen in Kürze die Diagnosetechnologie in unseren Produktionslinien testen. Nach einer erfolgreichen Testphase untersuchen wir, wie wir diese Lösung in unserem Unternehmen nutzen können.“

Weiterführende Informationen unter folgendem Link

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