Events Der Weg ist das Ziel – ŠKODA bei der 21. AvD-Histo-Monte

Auto-Blogger und Moderator Tom Schwede gehörte bei der 21. AvD-Histo-Monte dem ŠKODA Team an

Vierzig Jahre nach dem legendären Erfolg des ŠKODA 130 RS bei der Rallye Monte Carlo nahmen jetzt neun ŠKODA Teams die Herausforderung der 21. AvD-Histo-Monte an. Von Frankfurt ging es über Freiburg, Aix-les-Bains und Cannes nach Monte Carlo. Die 1.800 Kilometer lange Route beinhaltete auch 24 Wertungsprüfungen. Zum ŠKODA Team gehörte der Auto-Blogger und Moderator Tom Schwede. Exklusiv für extratouch beschreibt er seine Eindrücke von der historischen Rallye Monte Carlo.

„Als ŠKODA mich fragte, ob ich Lust hätte, die AvD-Histo-Monte zu bestreiten, musste ich nicht lange überlegen. Bereits als Kind war ich von der Rallye Monte Carlo fasziniert. Jedes Jahr im Januar durchstöberte ich alle verfügbaren Zeitungen und Auto-Magazine, um zu erfahren, was am Col de Turini oder in der Schlucht von „Aiglun“ passiert ist.

Damals wollte ich wirklich ALLES zum Kampf um Sekunden wissen, den meine Idole Walter Röhrl und Björn Waldegård in den Seealpen austrugen. Später verfolgte ich am TV-Schirm gebannt, wie die Extrakönner Henri Toivonen oder Juha Kankkunen bei der Monte mit ihren Gruppe B-Boliden am Abgrund tanzten.“

Auch ŠKODA verbindet viel mit der Rallye Monte Carlo

2017 jährt sich einer der größten Rallye-Erfolge des tschechischen Autobauers zum 40. Mal: 1977 gewannen Václav Blahna und Lubislav Hlávka mit ihrem ŠKODA 130 RS bei der Rallye Monte Carlo die Klasse bis 1.300 cm3. In der Gesamtwertung drifteten die Tschechen auf den hervorragenden zwölften Platz. Ein großartiger Erfolg, denn das Starterfeld war mit deutlich leistungsstärkeren Autos wie dem Lancia Stratos HF, der Alpine-Renault A110 1800 oder dem Porsche 911 gespickt.

Zurück in die Gegenwart – aus Bestzeit wird Sollzeit!

Zu den Besonderheiten der Rallye Monte Carlo gehörte bis Anfang der 1990er-Jahre die Sternfahrt der Teilnehmer. Aus ganz Europa starteten die Teilnehmer von Metropolen wie Amsterdam, Frankfurt, Lausanne, Oslo, Paris, Rom oder Warschau die Reise bis nach Südfrankreich. Auf dem Weg mussten alle Fahrzeuge Durchfahrtskontrollen passieren. Damit stellte der Veranstalter sicher, dass die Teilnehmer bis zur Zusammenführung des Felds ungefähr die gleiche Strecke zurücklegten.

Anschließend begann in den Seealpen der sportliche Wettbewerb: Hier kämpften die Teams auf abgesperrten Sonderprüfungen um Bestzeiten. Mit ihrem Start in Frankfurt erinnert die AvD-Histo-Monte an diese für die Rallye Monte Carlo einst legendären Sternfahrten. Auf dem Weg in den Süden sorgt die Wegbeschreibung des Veranstalters für Herausforderungen. Denn das Roadbook hält so manche Herausforderung bereit. Hierzu zählen zum Beispiel Pfeilenden, die nur scheinbar unsauber gedruckt sind. Tatsächlich aber bedeuten sie, dass die korrekte Streckenführung die Teams einige Kilometer zuvor auf eine Parallelstraße führte.

Selbstredend erwartet die Teilnehmer aber auf eben dieser Parallelstraße eine Durchfahrtskontrolle, die sie passieren müssen, um den erforderlichen Stempel für ihre Bordkarte zu erhalten. Jeder fehlende Stempel hat eine Strafzeit zur Folge – ein Malus, der unterwegs häufig nicht mehr wettzumachen ist. Auch 2017 gibt es Wertungsprüfungen. Sie werden jedoch nicht wie früher auf Bestzeit gefahren. Stattdessen müssen die Teams versuchen, die vom Veranstalter vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten möglichst exakt zu treffen.

Die Aufgabenstellung lautet dann beispielsweise: Fahren Sie die folgenden zwölf Kilometer mit einem Schnitt von 49 Kilometern pro Stunde. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn im Fahrzeug weiß niemand, wo die Veranstalter auf der Strecke den Schnitt messen. Pro Prüfung gibt es in der Regel zwei Messstellen. Meistens steht irgendwo plötzlich hinter einen Busch oder – besonders tückisch – hinter einer Serpentine eine Lichtschranke.


Durchfahrtskontrolle für den erforderlichen Stempel

Ein Strafpunkt pro 1/100-Sekunde-Abweichung!

So wissen die Organisatoren beispielsweise, dass ein Auto, wenn es den geforderten Schnitt fährt, auf einer bestimmten Route nach exakt 4:28,52 Minuten an dieser Lichtschranke vorbeikommen muss. Für jede 1/100-Sekunde, die ein Auto früher oder später diesen Punkt passiert, gibt es einen Strafpunkt. Bei Punktgleichheit gewinnt die Besatzung mit dem älteren Auto.

Die Aufgabenstellung macht die Sache zu einer echten Herausforderung. Um sie zu bewältigen, verfügt die Mehrzahl der Teams über sogenannte Rallye-Computer. Sie messen die seit dem Start einer Prüfung gefahrene Strecke und setzen diesen Wert in Bezug zur verstrichenen Zeit. Mit diesen Werten errechnet der Computer, ob die Besatzung gerade etwas vor oder hinter der Vorgabe liegt.

Nur einige wenige Teams nehmen die Herausforderung in der sogenannten Sanduhr-Klasse an. Hier sitzt der „Computer“ auf dem Beifahrersitz und arbeitet mit einem mechanischen Wegstreckenzähler, einer manuellen Stoppuhr und einer Schnitttabelle. Ich bin froh, dass ich mit einem Rallye-Computer arbeiten kann.

In den Prüfungen versuchen wir, dass das Display unseres Systems möglichst eine 0 anzeigt. Wenn das gelingt, sind wir im Soll. Am ersten Tag läuft es gut – glauben Pilot Andreas Leue, Teamleiter Motorsport und Tradition bei ŠKODA Deutschland und ich zumindest. An den Messstellen zeigt unser Rallye-Computer konstant Werte um „0,01“ oder „-0,02“ an.

Guten Mutes erreichen wir das Etappenziel in Freiburg. Dort holen uns die Ergebnislisten auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn bei allen Messungen haben wir uns eine Abweichung von rund 2,5 Sekunden eingefahren. In der Gesamtwertung reicht das nur für einen Platz außerhalb der Top 50. Immerhin haben wir alle Wegpunkte gefunden, das tröstet etwas.

Am zweiten Tag nutzen wir die kurzen Autobahnetappen der Strecke, um das System zu kalibrieren. Wir gleichen die vom Rallye-Computer gemessene Wegstrecke mit den Schildern auf der Autobahn ab. Der Rallye-Computer zählt die Umdrehungen der Tachowelle. Gemäß der Voreinstellung entspricht ein Kilometer rund 8.600 Umdrehungen der Tachowelle. Tatsächlich brauchen wir für einen Kilometer jedoch 8.800 Umdrehungen. So kam also unser erkleckliches Strafkonto zustande.

Nachdem wir diesen Fehler korrigiert haben, werden die Ergebnisse besser!

Am dritten Tag schaffen wir in unserer besten Wertungsprüfung eine Abweichung von 0,02 Sekunden. Doch auch das reicht gerade einmal für Platz zwölf. Denn sieben Teams haben die Prüfung mit einer Abweichung von 0,00 Sekunden geschafft. Andreas Leue und ich beschließen, ab jetzt nur noch die wundervolle Streckenführung zu genießen.

Wie bei der „richtigen“ Rallye Monte Carlo führt die Route am Schlusstag über den Col de Turini. Hinauf zum Pass haben wir Schwierigkeiten, die Schnittvorgabe von 46 km/h zu erreichen. Andreas Leue und ich sind beide deutlich mehr als 100 Kilogramm schwer. Der 1,1 Liter große Motor unseres ŠKODA 110R muss ganz schön kämpfen, um uns zur Spitze zu tragen.

Bei der echten „Monte“ jagen die Teilnehmer hier mit deutlich höheren Geschwindigkeiten hinauf. Einen kleinen Eindruck davon vermittelt Sylvain Michel, der normalerweise mit einem aktuellen ŠKODA FABIA R5 in der französischen Rallye-Meisterschaft antritt. Bei der AvD-Histo-Monte zeigt Michel mit seinem Allradler als Vorausfahrzeug, wie schnell der Profi mit seinem FABIA R5 den Berg hinaufjagt.


Sylvain Michel fährt bei der AvD-Histo-Monte voraus

Keine Frage: Auch die Oldtimer-Rallye AvD-Histo-Monte macht jede Menge Spaß. Eine Einschätzung, die wohl alle neun ŠKODA Besatzungen teilen. Der 76 Jahre alte Karl-Heinz Peukert freut sich über jeden Meter der Strecke. Peukert war in den 1960er und 1970er-Jahren selbst im Rallye-Sport aktiv. Damals trat der Sachse mit Unterstützung des ŠKODA Werks an.

Die AvD-Histo-Monte 2017 nimmt Peukert zusammen mit seiner Tochter Kerstin Löwe in Angriff. An der Vorbereitung des ŠKODA 130R haben auch Mechaniker mitgearbeitet, die bereits vor mehr als 40 Jahren die Autos von Peukert vorbereitet haben. Das zeigt, dass Rallye-Sport immer Teamwork ist.

Die Mannschaft des ŠKODA Museums gewinnt sogar drei Wertungsprüfungen. Die Falkensteiner Jens und Andrea Vogt, im normalen Leben seit 25 Jahren ŠKODA Händler, gewinnen die schwere Prüfung auf dem Circuit Serre Chevalier. Motorsport-Fans kennen die Eisrennstrecke von der Trophée Andros.

Doch im Mittelpunkt steht bei allen der Spaß! Und der Weg natürlich. Denn das ist der wahre Reiz einer Oldtimer-Rallye. Mehr als 1.800 Kilometer in einem historischen Fahrzeug wie dem ŠKODA 110R sind eine wunderbare Entschleunigung des Alltags und machen den Weg zum Ziel.

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