Aktiv 200 Jahre Fahrradkultur

In Mannheim begann vor 200 Jahren die Erfolgsstory des Fahrrads. Ein Kapitel darin haben die Gründerväter von ŠKODA geschrieben.

Mannheim, 12. Juni 1817. An der Chaussee nach Schwetzingen ist heute großer Auflauf. Jeder will sehen, wie sich ein Mann, auf einem Längsbalken mit feststehendem Hinter- und lenkbarem Vorderrad sitzend, per Fuß abstößt – und rollen lässt. Bis zum Schwetzinger Relaishaus und zurück schafft er es. Vierzehn Kilometer, in knapp einer Stunde. Schneller als die Postkutsche!

Der Mann auf dem Vehikel war Karl Freiherr von Drais. Die hölzerne Laufmaschine, die er vor nunmehr 200 Jahren den Mannheimern präsentierte, gilt als der Urahn von Milliarden heutiger Fahrräder weltweit. In der Zweiradgeschichte, die damals ihren Anfang nahm, spielt auch die Marke ŠKODA eine Rolle. Die Gründer des Automobilherstellers aus Tschechien starteten ursprünglich mit der Produktion von Fahrrädern. Doch bis dahin wird noch ein halbes Jahrhundert vergehen.

Wir sind immer noch im Jahr 1817. Und kein Zeitgenosse ahnt, welch gigantisches Naturereignis zwei Jahre zuvor – von Historikern heute unbestritten - die Erfindung der Drais'schen Laufmaschine beeinflusst hatte: der Ausbruch des Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa in Südostasien im April 1815.

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Unter dem dunklen Schleier aus 150 Kubikkilometern Asche, der sich in die Atmosphäre legte, gab es bald überall auf der Nordhalbkugel nicht enden wollende Winter, Missernten und Hungersnöte. So auch in Baden. Die Menschen schlachteten und aßen in der Not gar ihre Pferde. Doch was sollte deren Muskelkraft ersetzen? Die Frage hatte sich der in Karlsruhe geborene Forstbeamte Drais schon nach früheren Missernten gestellt, als Pferdefutter rasant teurer wurde. Die Laufmaschine war seine Alternative für Mobilität und Transport.

Die Jungfernfahrt kam jedoch 50 Jahre zu früh. Noch war die Zeit nicht reif, um aus der Laufmaschine, einer handwerklichen Einzelanfertigung, ein industrielles Massenprodukt zu machen. Die Jubiläumsausstellung "2 Räder – 200 Jahre" im TECHNOSEUM in Mannheim zeigt dies anschaulich. Die Pferdebestände erholten sich wieder. Für den Güter- und Massentransport rollten bald Dampffahrzeuge an. Und wo die Drais'sche Erfindung trotzdem Freunde fand, in Mannheim ebenso wie in Paris, London, New York, Kalkutta und Philadelphia, da sorgten behördliche Fahrverbote bald für ihr Aus.

Muskelkraft auf zwei Rädern setzte sich erst wieder anlässlich der Pariser Weltausstellung im Jahr 1867 in Szene: mit dem Velociped. Mehr davon im zweiten Teil unserer extratouch Serie "200 Jahre Fahrradkultur".


200 Jahre Fahrrad

Titelbild: Laufmaschine nach Karl von Drais, um 1820 (Nachbau). Quelle: TECHNOSEUM, Klaus Luginsland.

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