Top Story Wolfgang Niedecken: "Wir waren eine typische Feierabendband"

Wir haben uns mit Sänger und ŠKODA Testimonial Wolfgang Niedecken getroffen: Er hat uns erzählt, warum BAP in den 1970ern eine "typische Feierabendband" war und er nicht auf seinen ŠKODA verzichten kann.

So einen gibt es in jeder Familie. Einen, der in alten Rama-Kartons Schwarzweißfotos mit gewelltem Rand aus seiner Jugendzeit und sogar aus der Zeit seiner Eltern und seiner Großeltern aufhebt. Solche Traditionsverwalter sind natürlich auch bei Vettern und Cousinen bis ins dritte Glied bekannt, weshalb man ihnen bei jedem Anlass, der sich bietet, weitere Schätze anvertraut. Aber es gibt nur einen solchen Archivar, der aus diesen Erinnerungen Lieder macht, und der heißt Niedecken. Mit Vornamen Wolfgang, das aber eher aus Zufall, wie er selbst erzählt. Eigentlich wollte seine Mutter, dass sein Vater den Jungen auf den Namen Robert beim Standesamt anmeldet. Der „vergaß“ das aber vorsätzlich und nannte den Knaben Wolfgang.

So erzählt der weit über die Domstadt hinaus bekannte und erfolgreiche Kölsch-Rock`n-Roller diese Geschichte, die allerdings nicht in einem der Lieder auf seiner neuen CD „Familienalbum - Reinrassije Strooßekööter“ vorkommt. Hier präsentiert Niedecken außer dem neuen Titelsong 13 mehr oder weniger bekannte Stücke, die alle einen Bezug zu seiner Familie haben, in neuen Versionen. Entstanden ist das Album nicht etwa in Köln, dem Zentrum in Niedeckens Universum, sondern in New Orleans. „Das hatte ich mit ein paar Musikerkollegen schon länger vor, da stand ich im Wort“, so Niedecken.

unten weiterlesen

Und er ist begeistert von der Stadt im Süden der USA. So sehr, dass er der Kölner Oberbürgermeisterin gesagt hat, man müsse unbedingt eine Partnerschaft der beiden Metropolen anstreben. „Die Kölner Mentalität mit ihrer Offenheit gegenüber Fremden und Besuchern ist das Ergebnis ihrer Geschichte als Handelsstadt am Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege, an einem großen Strom. Genauso ist es in New Orleans. Hier ist es der Rhein, da der Mississippi und in beiden Städten feiert man Karneval. Da gibt es Seelenverwandtschaft.“

Wenn einer das erkennen kann, dann ist es Niedecken, der Ur-Kölner schlechthin. Wobei Köln als Ganzes zwar „sein Heimathafen“ ist, sein Herz aber noch mehr an seinem „Veedel“ hängt. Im Severinsviertel ist er geboren, groß geworden, hat Malerei an den Kölner Werkschulen am Ubierring studiert, als Musiker begonnen und in Kneipen gespielt, in denen er bis heute zu Hause ist. Die älteste und traditionsreichste ist das „Früh em Veedel“, eine Kneipe von 1886, die heute noch so aussieht, als hätte sich nie auch nur das kleinste Detail geändert, und wo schon sein Großvater, der Kirchenmaler war, an der Theke stand.

An ihn erinnert Niedecken sich genauso gut wie an seine Eltern und seinen 20 Jahre älteren Stiefbruder. Wenn der mit dem Vater vor dem Radio die Reportagen von Spielen über den 1. FC Köln verfolgte, lauschte auch der Kleine. Viel hat er nicht verstanden, aber eins war ihm klar: „Hans Schäfer, unser Kölner 54er-Weltmeister, war für mich so groß und unantastbar wie Tarzan.“ Klar, dass dem rheinischen Klub bis heute seine ganze Liebe gilt.

Die galt ab den 70er Jahren dann vor allem der Malerei. Während seines Studiums brachten Kommilitonen und Zufälle ihn zur Musik zurück und zur Gründung der Kultgruppe BAP. „Mit wechselnden Mitspielern waren wir eine typische Feierabendband der 70er-Jahre. Wenn wir Lust hatten, verzogen wir uns ins Wiegehäuschen, probten einen Kasten Bier leer und spielten am Wochenende in einer Kneipe.“ Einen prima Eindruck vom Flair dieser Zeit vermittelt die Geschichte von der „Ruut-wieß-blau quergestreiften Frau“, die für Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll die Lieblingsnummer aus dem BAP-Repertoire war.


Wenn wir Lust hatten, probten wir einen Kasten Bier leer.

„Seit 1979 kann ich von der Musik leben“, zieht Niedecken Bilanz. Das verdankt er Soloprojekten und vor allem seiner Band. Auch wenn von der Ur-Besetzung inzwischen seit über 20 Jahren nur noch er übrig geblieben ist, fanden sich immer wieder kongeniale Musiker, meist auch aus dem Kölner Umfeld. Dabei ist sein „Veedel“ bis heute sein Rückzugsraum, es inspiriert ihn immer wieder und er hält ihm unverbrüchlich die Treue.

Auch wenn er heute häufig Bus und Bahn nutzt, kann er auf vielen Wegen nicht auf seinen ŠKODA SUPERB COMBI verzichten. „Vor allem, wenn gemeinsame Vorhaben mit meiner Frau Tina und den zwei Töchtern anstehen, muss der ŠKODA ran.“ Oder aber, wenn Niedecken einem Fremden die Fixpunkte seines Köln-Kosmos zeigt. Start ist natürlich am Chlodwig-Platz, gleich um die Ecke betrieben die Eltern ihren Lebensmittelladen.

Vorbei geht es an den Kneipen, in denen der junge Wolfgang in Schülerbands zunächst Schlagzeug, dann Bass spielte, bis er mit Bob Dylans „Like a Rolling Stone“den ersten Song sang und wusste, dass sein Platz der am Mikrophon war. „Hier bin ich zur Schule gegangen, da wo jetzt dieses Hotel steht, war mein Kindergarten und hier die Reißdorf-Brauerei, die einzigen Kölschbrauer mit eigenem Brunnen in der Südstadt. Da vorne war die Fachhochschule für bildende Künste, die sogenannte „Werkschule“, an der ich studiert habe.“

Und natürlich der Rhein. „Bis heute kann ich Ruhe tanken, wenn ich seine Fluten ganz still beobachte.“ Der Strom hat ihn schon als Kind fasziniert, wenn sein älterer Bruder sich an Rheinkähne hängte und ein Stück mitziehen ließ. Deshalb war es auch „wie ein Ritterschlag“ für ihn, als seine Mutter ihm endlich erlaubte, auf den Poller Rheinwiesen zu spielen. Über die Südbrücke oder die Eisenbahnbrücke ging es in das Paradies seiner Kindheit, wo man Fußball spielte, Indianer war und am Lagerfeuer sitzen konnte.

Wenn Wolfgang Niedecken heute dort steht und zurückblickt, braucht er keine alten Fotos. „Die Bilder entstehen wie alleine wieder vor mir.“ Und der Besucher versteht, warum der Mann, der in New Orleans ein Album produziert, in Afrika Hilfsprojekte fördert und bei Tourneen in ganz Deutschland mühelos größte Hallen füllt, immer wieder hierhin zurück muss.


Die Bilder entstehen wie alleine wieder vor mir.

In Touch with ŠKODA.

Das neue Online-Magazin extratouch von ŠKODA AUTO Deutschland ist Ihre neue Web-Adresse für spannende Interviews, aktuelle Hintergrundinformationen, vielseitige Einblicke in die Welt der tschechischen Traditionsmarke und interessante Geschichten über Menschen und aus dem Leben. Willkommen!
Impressum | Datenschutz

Nach oben