Köpfe Wahre Schätze: ŠKODA Oldtimer

ŠKODA Oldtimer-Liebhaber Ralf Pätz über seine Faszination für historische Fahrzeuge und die Bedeutung von Geschwindigkeit.

Tausende Arbeitsstunden und viel Leidenschaft hat Ralf Pätz in die Restauration seiner ŠKODA Oldtimer investiert. Er ist stolzer Besitzer eines ŠKODA 1200 SEDAN und eines ŠKODA FELICIA Cabrio. Die beiden Modelle sind seltene Sammlerstücke und Teil der Erfolgsgeschichte von ŠKODA. Bei der Kult-Rallye Sachsen Classic hat der Oldtimer-Liebhaber aus Auerbach/Vogtland seinen 1200 SEDAN von Zwickau durch das Erzgebirge und Teile von Tschechien bis nach Dresden gesteuert. Im Interview spricht Ralf Pätz über seine Faszination für historische Fahrzeuge, über seine Begeisterung für ŠKODA und über die Bedeutung von Geschwindigkeit.

Frage: Ralf, warum bist Du gerne im Oldtimer unterwegs?

Ralf Pätz: Weil die ältere Technik mich einfach begeistert. Es ist faszinierend, mit welchen Mitteln die Autos damals gebaut wurden. Bei diesen Fahrzeugen wird einem das Fahren nicht so leicht gemacht, da muss ich noch richtig mitdenken. Wenn ich beispielsweise von einem anderen Oldtimer überholt werde, muss ich selbst vom Gas gehen, damit er zügig vorbeikommt. Das kann ich mit Autofahren von heute also nicht vergleichen.

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Frage: Warum hast Du Dich bei Deinen Oldtimern für ŠKODA entschieden?

Ralf Pätz: Der ŠKODA FELICIA war in der ehemaligen DDR das Cabrio schlechthin. Es zu besitzen, war für viele ein Traum. Als es an die Anschaffung ging, haben meine Frau und ich uns an unsere Jugend erinnert – und ganz bewusst diesen Oldtimer aus den 1950er und 1960er Jahren angeschafft. Allein in den FELICIA habe ich über 2000 Arbeitsstunden gesteckt, während der Restauration gab es kaum ein anderes Interesse. Seit 2005 fahren wir diesen ŠKODA mit großer Freude.

Frage: Du hast aber noch einen weiteren ŠKODA…

Ralf Pätz: Ja, es ist noch ein ŠKODA 1200 SEDAN von 1955 hinzugekommen. Ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse, das ab 1952 gebaut wurde und bei ŠKODA das erste Serienfahrzeug mit Vollstahlkarosserie in Pontonform war. Von diesem Modell fahren auf Deutschlands Straßen nur noch sehr wenige. Das ist eine sehr komfortable Reiselimousine, auch wenn sie mit ihren 36 PS nicht so stark motorisiert ist.

Frage: Ist es Dir denn wichtig, schnell unterwegs zu sein?

Ralf Pätz: Die Geschwindigkeit ist nicht das wichtigste für mich, ich habe auch bei einer kleinen PS-Zahl große Freude. Ich möchte etwas sehen und auch gesehen werden, meine Reise genießen. Es geht nicht darum, schnell von A nach B zu kommen – so wie mit einem modernen Auto. Durch Ortschaften und Landschaften fahre ich also mit einem moderaten Tempo.

Frage: Wenn Du bei einer Rallye startest, applaudieren die Zuschauer am Straßenrand – wie jetzt bei der Sachsen Classic. Was ist das für ein Gefühl?

Ralf Pätz: Es ist natürlich toll, wenn solche Veranstaltungen mit großem Interesse verfolgt werden. Die Sachsen Classic ist in der Oldtimer-Szene sehr beliebt, auch weil fast 200 Fahrzeuge verschiedener Marken starten. Die Veranstaltung ist so renommiert, dass ein Startplatz nicht leicht zu bekommen ist. Daher ist es eine große Ehre für mich, für ŠKODA dabei zu sein. Das ist eine Marke mit langer Tradition.

Frage: Bei Rallyes wie der Sachsen Classic unternimmst Du aber keine Spazierfahrt, Du musst auch Prüfungen meistern. Worauf kommt es dabei an?

Ralf Pätz: Auf eine gute Kommunikation mit meinem Beifahrer. Er liest beispielsweise das Roadbook, in dem detailliert die Fahrtroute erfasst ist. Der Beifahrer muss mir rechtzeitig ankündigen, wann ich etwa die Fahrtrichtung wechseln oder Kreuzungen überfahren muss. Zudem werden zwischen einzelnen Streckenabschnitten Start- und Ankunftszeiten festgeschrieben, die ich einhalten muss. Darüber hinaus gibt es Wertungsprüfungen, bei denen eine definierte Strecke in einer festgeschriebenen Zeit durchfahren werden muss. Der Beifahrer muss sich im Vorfeld also intensiv mit vielen Details beschäftigen.


Auch bei der Sachsen Classic ist ein großes Teilnehmerfeld gestartet

Frage: Das hört sich knifflig an. Bist Du als Fahrer bei solchen Prüfungen nicht auch ziemlich gefordert?

Ralf Pätz: Auf jeden Fall! Der Beifahrer nimmt die Zeit mit seiner Stoppuhr. Aber ich muss meinen Oldtimer natürlich so steuern, dass ich die Ziellinie exakt zum richtigen Zeitpunkt durchfahre. Für die Zeiten und das Auto selbst muss ich also ein gutes Gespür entwickeln.

Frage: Da muss man sein Auto doch sehr gut kennen, oder?

Ralf Pätz: Mit der Zeit habe ich gelernt, welche Probleme auftreten können, auch wenn das Auto gut restauriert ist. Bei meinem 1200 SEDAN beispielsweise kommt es darauf an, die Grundkonstruktion in einem Top-Zustand zu halten. Daher sind Schweißarbeiten an der einen oder anderen Stelle nicht unüblich. Es kann auch vorkommen, dass mal die Scheiben und Türen klappern oder die Fenstergummis erneuert werden müssen. Oldtimer sind nun einmal nicht so gebaut, dass sie ohne Verschleiß auskommen. Es ist auch wichtig, dass das Auto ständig bewegt wird – am besten zweimal pro Woche auf einer Strecke von wenigstens 20 bis 30 Kilometern. So lässt sich vermeiden, dass der Motor auf längeren Touren überhitzt oder der Kühler verschmutzt.

Frage: Was machst Du denn, wenn doch mal etwas kaputt geht? Ersatzteile werden ja nicht mehr produziert…

Ralf Pätz: Mit der Zeit habe ich ein gutes Gespür dafür entwickelt, welche Teile verschleißen könnten. Danach suche ich gezielt auf Oldtimer-Märkten in Tschechien, zu denen ich häufiger im Jahr fahre. Zudem gibt es noch einige Händler in Deutschland und Tschechien, die Ersatzteile auf Lager haben. Bisher bin ich noch immer fündig geworden.

 

Frage: Baust Du die Ersatzteile auch selbst ein?

Ralf Pätz: Klar! Ich bin so ausgestattet, dass ich fast alles selbst reparieren kann. In die Werkstatt fahre ich nur zum Bremsentest oder für Vergasereinstellungen. Ich kenne viele Leute, die an ihrem ŠKODA noch alles selbst machen. Andere wiederum lassen ihn von Jens Herkommer durchchecken. Der ist ja einer der größten ŠKODA Spezialisten in Deutschland und wird nicht ohne Grund „Dr. ŠKODA“ genannt.

Frage: Und wie tauschst Du Dich mit anderen ŠKODA Liebhabern aus?

Ralf Pätz: Rallyes wie die Sachsen Classic bieten dazu natürlich eine gute Gelegenheit. Darüber hinaus habe ich in der ŠKODA Oldtimer Interessengemeinschaft viele Gleichgesinnte gefunden. Da fühle ich mich sehr wohl, nicht nur weil ich fachsimpeln kann. Wir unternehmen auch wunderbare Reisen, auf denen wir neue Gegenden kennenlernen. Deutschland und die Nachbarstaaten entdecken wir auf diese Weise immer wieder neu. Wir haben sogar schon die Rallye Monte Carlo nachgefahren.

Frage: Wie oft bist Du denn für Dein Hobby unterwegs?

Ralf Pätz: Ich versuche schon, einige Highlights im Jahr mitzunehmen. Meinen Urlaub plane ich entsprechend. Von Mai bis September gibt es kein Wochenende, an dem ich nicht unterwegs bin – mal mit meiner Frau, mal mit meinen Söhnen. Die besitzen auch jeweils einen ŠKODA Oldtimer. Auch von ŠKODA AUTO Deutschland werden wir regelmäßig eingeladen, zuletzt zum Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Mit dem 1200 SEDAN war ich da insgesamt 1600 Kilometer auf der Straße.


Ralf Pätz im Gespräch mit Schauspieler und ŠKODA Testimonial Johann von Bülow

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