Aktuelles Vom Rechner zum Supercomputer

Wie ŠKODA in die Ära der Großrechner startete und was die Mondlandung und Gemüse damit zu tun haben, lesen Sie hier:

Vor fünfzig Jahren kaufte ŠKODA den gleichen Computer, der Neil Armstrong bei der Landung auf dem Mond half. Nach heutigen Maßstäben könnte man seine Rechenleistung am besten als lachhaft bezeichnen. Am Hauptsitz des Unternehmens in Mladá Boleslav wird nun ein brandneuer Supercomputer vorgestellt. Lassen Sie uns diese beiden Computer vergleichen.

800 Kilogramm und die Größe eines Kleiderschranks

Vor genau 50 Jahren wurde der erste Großrechner in Mladá Boleslav, dem Hauptsitz von ŠKODA - damals bekannt als AZNP (Automobilové Závody, národní podnik) - in Betrieb genommen. 1968 gelang es AZNP kurz vor dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei, eine Maschine amerikanischer Herkunft zu kaufen. Der vom tschechoslowakischen Automobilhersteller erworbene US-Computer war das Großrechnersystem 360 der Marke IBM - das gleiche hochmoderne Modell, das vom Raumfahrtzentrum in Houston im Sommer 1969 bei der ersten Mondlandung verwendet wurde.

Der fast 800 Kilogramm schwere Rechner hatte die Größe eines Kleiderschranks und erzielte eine Datenverarbeitungsgeschwindigkeit von 30.000 Berechnungen pro Sekunde. Dies war damals noch eine beeindruckende Zahl, heutzutage erbringen schon die rudimentärsten Handys das Mehrfache dieser Leistung. Die Hauptaufgabe des Computers war die Massenverarbeitung von Daten aus den verschiedensten Bereichen, wie beispielsweise Optimierungskalkulationen, Kostenberechnungen oder Abrechnungen. Die Kaufabwicklung des Rechners fand in der nächstgelegenen IBM-Niederlassung in Wien statt und erwies sich komplizierter als gedacht. Um die Bezahlung durchzuführen, wurden zunächst mehrere ŠKODA 1000 MB Modelle nach Österreich exportiert und dann in Tauschgeschäften, in diesem Fall zumeist Gemüse, an Kunden verkauft. Tauschgeschäfte waren in Krisenzeiten eine gängige Handelsmethode. Die erstandenen Lebensmittel mussten dann direkt in Österreich noch verkauft werden und die Erlöse der Verkäufe - jetzt in Schilling - flossen in die Anschaffung des IBM Rechners.

Der Kauf des Großrechners lohnte sich für den tschechischen Automobilhersteller aber allemal, er wurde ganze zwanzig Jahre ohne eine einzige elektronische Störung im Unternehmen genutzt.

Archivbild mit dem 800 Kilogramm schweren Rechner im Hintergrund

Neue Ära der Technologie

Dieses Jahr eröffnete in Mladá Boleslav ein neues Rechenzentrum mit dem leistungsfähigsten, gewerblichen Supercomputer der Tschechischen Republik. Seine Rechenkapazität beträgt 2 PetaFLOPS, das heißt 2 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde und liegt somit fast 67 Milliarden Mal höher als die seines Vorgängers, des IBM 360. Und wer jetzt denkt, dass diese Zahl schon hoch genug, ist irrt sich, denn geplant ist die Leistungsfähigkeit des Supercomputers von 2 PetaFLOPS auf fünfzehn zu erhöhen. Der Supercomputer wird hauptsächlich zur Lösung von Aufgaben in den Bereichen Aerodynamik, Fahrzeugsicherheit sowie Motorenentwicklung eingesetzt und verfügt mittlerweile über eine Größe von 1.700 m², das entspricht in etwa der Fläche eines Eishockeyfeldes. Die elektrische Leistungsaufnahme des Supercomputer ist gewaltig, weswegen seine Prozessoren in wassergekühlten Schränken untergebracht sind. Das dabei entstehende erwärmte Wasser wird im Rahmen des ŠKODA "Green Data"-Konzepts zur Beheizung von Bürogebäuden genutzt. Simply clever!

Die Rechenkapazität beträgt 2 PetaFLOPS

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