Top Story ŠKODA RAPID 421 – Sein drittes Leben

Ein zerlegter ŠKODA RAPID 421 erlangt durch die Arbeit von Odltimerfreund Heinz Heindorf sein zweites und drittes Leben. Wir erzählen ihre Geschichte.

In chromblitzender Karosse sitzen, dem Knattern des Motors lauschen und bei sachtem Tempo die Aussicht genießen. Nicht immer entspricht diese romantische Vorstellung von einer Ausfahrt im Oldtimer der Wirklichkeit. Wie hart das Schicksal einen Oldtimerfreund treffen kann, hat Heinz Heindorf leidvoll erfahren.

Anfangs lief alles ganz normal. Heinz Heindorf erinnert sich: „Ich nahm mit meinem ŠKODA FELICIA an einer Oldtimer-Rallye teil, als mich dieser Herr ansprach.“ Ob er schon mal vom ŠKODA RAPID gehört habe? Der heute 78 Jahre alte gelernte Dreher aus Ilsenburg in Sachsen-Anhalt wurde hellhörig. Heinz Heindorf wusste: Wenn sein Gesprächspartner von einer Limousine sprach, so waren davon zwischen 1934 und 1935 gerade mal 480 Fahrzeuge hergestellt worden. Die Chance zum Erwerb einer solchen Rarität kommt nicht alle Tage. „In ganz Deutschland gibt es wahrscheinlich keinen einzigen mehr davon“, sagt Heinz Heindorf.

Ein rostiges Etwas

Beim Kauftermin sah Heinz Heindorf aber nur ein rostiges Etwas. Total zerlegt. Geparkt auf einem Anhänger. Die Bauteile von dem, was einst ein RAPID war, musste er aus allen möglichen Ecken und Winkeln zusammentragen. Der 1.195 cm3 große Reihen-Vierzylinder-Motor, die Fahrtrichtungsanzeiger mit Winker, das Getriebe mit drei Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang, die Einscheiben-Trockenkupplung, die Seilzugbremsen und die Einzelteile der auf Holz aufgebrachten Karosserie: „Das war alles in Kartons!“

Zwei Jahre sollte es dauern, bis das zweite Autoleben des erstmals am 20. August 1934 fertiggestellten ŠKODA RAPID 421 beginnen konnte. In den vielen Kartons hatten tatsächlich noch 90 Prozent aller Bauteile gelegen! Als schließlich noch die Obstkiste als Sitz-Provisorium ausgedient hatte, konnten Heinz Heindorf und seine Ehefrau Marianne, Rallye-Beifahrerin aus Passion, das Resultat akribischer Tüftelarbeit endlich genießen.

Zwei Jahre sollte es dauern, bis das zweite Autoleben des ŠKODA RAPID beginnen konnte

Oldtimertreff mit Folgen

Vor fünf Jahren jedoch nahm das Oldtimer-Idyll ein jähes Ende. „Im Mai war unser ŠKODA-IG-Treffen in Weil-Basel-Mühlhausen“, sagt Heinz Heindorf. Und was danach geschah, kommt ihm nur schwer über die Lippen: „Bei der Rückfahrt hatten wir einen schweren Unfall.“

Ein anderes Auto setzte sich beim Überholen unmittelbar vor den ŠKODA RAPID. Dessen Seilzugbremse war der Situation nicht gewachsen. „Um nicht aufzufahren, wich ich aus und kippte um.“ Der Wagen lag auf der Seite und brannte sofort. „Nur durch das schnelle Eingreifen unserer Oldtimerfreunde, der Feuerwehr und drei junger Franzosen wurden wir gerettet“, sagt Heinz Heindorf.

Der Unfall sollte jedoch nicht das Ende des ŠKODA RAPID sein. Das Fahrzeug war zwar völlig zerstört. Doch Heinz Heindorf baute sein grünes „Fröschli“ erneut auf und bescherte ihm sein drittes Leben.

Das Fahrzeug war zwar völlig zerstört. Doch Heinz Heindorf baute ihn erneut auf

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