Top Story ŠKODA: 118 Jahre voller Motorsport-Erfolge

Eine Reise durch die ŠKODA Motorsport-Historie

ŠKODA ist nicht nur Rekordmeister in der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM), sondern eilt seit inzwischen 118 Jahren weltweit von Erfolg zu Erfolg im Motorsport.

Immer wieder geraten die Fans an Deutschlands Rallye-Pisten aus dem Häuschen, wenn der deutsche Rallye-Rekordmeister Matthias Kahle im Rahmenprogramm ausgewählter DRM-Läufe mit dem legendären ŠKODA 130 RS um die Kurven driftet. Das Rallye-Erfolgsmodell von einst zeigt einen lebendigen Ausschnitt aus der überaus erfolgreichen Motorsport-Geschichte der tschechischen Marke. Die Vorgänger des aktuellen ŠKODA AUTO Deutschland Rallye-Teams Fabian Kreim/Tobias Braun (D/D) begründeten zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die glanzvolle Historie.

Die Anfänge

Am 27. Juni 1901 startet Narcis Podsedníček auf einem Zweirad der ŠKODA Vorgängerfirma Laurin&Klement (L&K) beim für Autos und Motorräder ausgeschriebenen Langstreckenrennen von Paris nach Berlin. Nach 1196 Kilometern erreicht er am 29. Juni um 3 Uhr morgens als Schnellster das Ziel. Doch er wird nicht zum Sieger gekrönt, sondern disqualifiziert. Weil niemand einen Fahrer so schnell erwartet hat, ist die Kontrollstelle im Ziel unbesetzt – und die Bestätigung der Berliner Polizei lassen die Veranstalter nicht gelten. Es ist trotzdem der Beginn einer spektakulären Erfolgsstory, deren jüngste Kapitel die Piloten mit dem aktuellen ŠKODA FABIA R5 schreiben.

In der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2) holten Esapekka Lappi (FIN/2016), Pontus Tidemand (S/2017) und Jan Kopecký (CZ/2018) einen Titel-Hattrick für das Werksteam von ŠKODA Motorsport in der WRC 2-Fahrerwertung. Der Erfolgsmarke ist auch in zahlreichen anderen internationalen und nationalen Championaten nicht zu schlagen. Auch in der Deutschen Rallye-Meisterschaft ist ŠKODA mit sieben Titeln Rekord-Champion.

Vier Meistertitel von 2000 bis 2010

Die aktuelle Erfolgsgeschichte beginnt mit dem Duo Matthias Kahle/Peter Göbel, das mit OCTAVIA WRC, FABIA WRC sowie mit dem FABIA SUPER 2000 über fast ein Jahrzehnt die nationale Meisterschaft dominiert. Vier Meistertitel (2002, 2004, 2005 und 2010) sowie der Gewinn der Deutschen Rallye-Serie 2006 schlagen für Kahle/Göbel zu Buche. 2012 holen Mark Wallenwein/Stefan Kopczyk (D/D), ebenfalls im FABIA SUPER 2000, einen weiteren deutschen Meistertitel für ŠKODA. Fabian Kreim/Frank Christian (D/D) siegen 2016 im FABIA R5 und verteidigen ein Jahr später ihren Titel. Sieben Championate in 15 Jahren – kein anderer Hersteller hat die DRM in diesem Jahrtausend so stark geprägt wie ŠKODA. Und die Erfolgsstory im höchsten nationalen Championat soll 2019 weitergehen: Mit Siegen bei den Rallyes Saarland-Pfalz und Stemweder Berg haben Kreim/Braun den Grundstein für den nächsten Titel im FABIA R5 gelegt.

Das jüngste Rallye-Fahrzeug aus Tschechien trat 2015 die Nachfolge des FABIA SUPER 2000 an, dem bis dahin erfolgreichsten Modell in der Geschichte von ŠKODA Motorsport. Im damals noch mit einem hochdrehenden Zweiliter-Saugmotor ausgestatteten Kompakt-Sportler wurden fast 50 internationale und nationale Titel gewonnen, darunter Seriensiege in der FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) und der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC).

Die Titelträger stehen in einer langen Erfolgsliste des tschechischen Fahrzeugherstellers, die der „rasende Schmied“ Václav Vondřich 1905 mit der inoffiziellen Europameisterschaft für die Vorgängerfirma von ŠKODA beginnt. Seinen Spitznamen erhält er wegen eines Ranzens, den er während des Rennens auf dem Rücken trägt. Darin führt Vondrich Werkzeug und Ersatzteile für den Fall einer Panne mit.

Als besonders schillernde Figur in der frühen Motorsport-Historie des Unternehmens gilt der adlige Draufgänger Sascha Kolowrat – Spitzname „Graf Kilowatt“. Der Graf gewinnt zwischen 1904 bis 1914 mit Motorrädern und Automobilen der Marke Laurin & Klement zahlreiche prestigeträchtige Rennen.

Matthias Kahle und Peter Göbel im ŠKODA OCTAVIA WRC.

Motorsport macht sich im Verkauf bemerkbar

Die Erfolge spiegeln sich auch im Automobilabsatz wieder. Frei nach dem Motto „Win on Sunday, sell on Monday“ (Gewinne am Sonntag, verkaufe am Montag) werden die tschechischen Automobile immer beliebter. Als die Nachfrage den Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu sprengen droht, fusioniert Laurin&Klement 1925 mit den ŠKODA Werken. Man beschließt, der neuen Firma den Namen ŠKODA AUTO zu geben. Erster Höhepunkt der nun gemeinsamen Motorsportgeschichte: In den Dreißigerjahren starten Ingenieur Jaroslav Hausman und Rennfahrer Zdenek Pohl mit dem Bestseller POPULAR bei der legendären Rallye Monte Carlo und werden nach einem zweiten Platz in ihrer Klasse in der tschechischen Heimat wie Helden gefeiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzt ŠKODA 1950 mit der Teilnahme bei den 24 Stunden von Le Mans eines von vielen weiteren Ausrufezeichen. Im offenen zweisitzigen Sportwagen auf Basis des Serienmodells 1101 fährt die Marke vor allem bei Rennen in Osteuropa Siege bei Rundstreckenrennen ein. Doch auch im Rallye-Sport erreicht ŠKODA mit einer Version der Familienlimousine OCTAVIA spektakuläre Erfolge. Besonders gefeiert werden Esko Keinänen und Rainer Eklund im Jahr 1961. Sie gewinnen bei der „Monte“ nicht nur ihre Klasse, sondern bescheren ŠKODA auch einen sensationellen sechsten Platz im Gesamtklassement.

Innovation im den 60er Jahren

Im Jahr 1964 folgt ein Umbruch. Mit dem 1000 MB setzt ŠKODA erstmals auf eine selbsttragende Karosserie und den Motor im Heck. Parallel zum Rallye-Modell wird mit dem für den 1000 MB entwickelten Motor ein Monoposto für Rundstreckenrennen entwickelt. Auch dieses Experiment wird zum Erfolg: 1968 gewinnt Miroslav Fousek die osteuropäische Formel-3-Meisterschaft.

Es folgt die große Zeit des legendären 130 RS, der ab 1975 bei Rundstreckenrennen und im Rallye-Sport für Furore sorgt. Bei der Rallye Monte Carlo holen Václav Blahna und sein Beifahrer Lubislav Hlávka 1977 den Klassensieg in der Tourenwagen-Kategorie. Vier Jahre später triumphiert ŠKODA auf der Rundstrecke bei der Tourenwagen-Europameisterschaft in der Markenwertung. Zwischen 1976 und 1980 gewinnt der „Porsche des Ostens“ fünfmal in Folge bei der Rallye Bohemia.

Die Legende 130 RS ist auch der Grundstein für eine neue Erfolgsära, die 1987 mit der Einführung des Favorit – ein Auto mit Vorderradantrieb und Frontmotor – beginnt. Dieses Modell ist in den Augen der damaligen Volkswagen-Oberen so fortschrittlich, dass der in Wolfsburg beheimatete Hersteller 1991 die tschechische Traditionsmarke übernimmt. ŠKODA setzt seine Motorsportaktivitäten auch in der neuen Konstellation erfolgreich fort und triumphiert 1994 in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft in der Klasse der zweiradgetriebenen Fahrzeuge. Zwei Jahre später bricht die Zeit des OCTAVIA WRC in der Königsklasse der WM an.

Der Allradler mit einem 300 PS starken Turbomotor ist das erste World Rally Car aus dem Hause ŠKODA und kommt in der Rallye-WM zum Einsatz. Der größte Erfolg gelingt dem deutschen Ass und damaligen Werksfahrer Armin Schwarz bei der Safari-Rallye. Bei der längsten und härtesten Rallye im WM-Kalender springt 2001 ein dritter Platz heraus. Es folgt der FABIA WRC, dann gelingt 2009 eine Kategorie tiefer der ganz große Wurf mit dem FABIA SUPER 2000, der allein zwischen 2010 und 2012 dreimal in Folge die Intercontinental Rally Challenge IRC gewinnt. Mit dem mittlerweile über 250 Mal verkauften FABIA R5 ist seit 2015 ein Nachfolger präsent, der als Maßstab seiner Klasse gilt und die Rallye-Fans über Jahre bis heute mit seinen Erfolgen begeistert. Unter anderem mit ŠKODA AUTO Deutschland Pilot Fabian Kreim am Steuer.

Seit 2015 überzeugt der Rallye-Bolide ŠKODA FABIA R5.

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