Simply Clever In acht Schritten zum Konzeptfahrzeug

Letztes Jahr feierte die ŠKODA VISION E Premiere in Schanghai und erhielt für ihr Design viele positive Reaktionen. Wie ein solches Design, sowohl des Interieurs als auch des Exterieurs entsteht, erklärt unser Besuch in der ŠKODA Designabteilung!

Die Designabteilung von ŠKODA beschäftigt kreative Fachleute aus über zwanzig Nationen für die Entwicklung von neuen Konzeptfahrzeugen. In acht Schritten, von der ersten Skizze bis zum fertigen Modell, erklären sie den Designprozess und beschreiben, wie sie dabei von anderen Abteilungen, vor allem in der technologischen Entwicklung und Produktion, unterstützt werden.

1. Zeichnen und Skizzieren

Zu Beginn einer jeden Konzeptstudie denken die Designer über die Kernphilosophie und die Werte nach, die sie ausdrücken und vermitteln möchten. "Wir müssen den Grundcharakter identifizieren, der das neue Fahrzeug kennzeichnen soll. Dazu gehören unter anderem Dynamik, Sportlichkeit oder wie viel Wert wir auf Geräumigkeit, Funktionalität usw. legen möchten. Die ersten Designskizzen sind nur grobe Entwürfe. Die wichtigsten Werkzeuge, die wir in diesen frühen Phasen verwenden, sind Bleistifte, Papier sowie Marker, um einige der Konturen hervorzuheben", beschreibt Designer Peter Olah die erste Phase der Entstehung eines Konzeptfahrzeugs.

In dieser „emotionalen Phase“ geht es darum, Dinge zu klären und zu sortieren. Groben Entwürfen auf Papier folgen detailliertere Skizzen auf digitalen Tablets, welche die Gesamtmaße und Oberflächen des Fahrzeugs visualisieren. Diese werden dem Chefdesigner und dem Vorstand übergeben. Nach deren Feedback erstellen die Designer am Computer Detailansichten und finale Zeichnungen und schließlich ein komplettes digitales 3D-Modell.

2. Digitales Entwurfsmodell

Die Visionen und Konstruktionsdaten der Designer werden im sogenannten digitalen Entwurfsmodell zusammengefasst. "Unser Ziel ist es, alle Erwartungen an Ästhetik, Ergonomie und Funktionalität mit dem technisch Möglichen in Einklang zu bringen", sagt der Spezialist für die digitale Umsetzung Petr Havlíček. Das Ergebnis, ein 3D-Modell, wird dann am PC modifiziert. Details werden schrittweise hinzugefügt und vom Team, bestehend aus Designern und Ingenieuren, diskutiert.

Während die Funktionalität aller Teile getestet und weitere Anpassungen sowie Modifikationen vorgenommen werden, wird nun ein Tonmodell erstellt. Alle Komponenten, die das endgültige digitale Entwurfsmodell ausmachen, werden bis ins kleinste Detail durchdacht und bei Bedarf werden einzelne Teile am PC weiter angepasst. Die so gewonnenen und ausgewerteten Daten werden dann bei der Fertigung des endgültigen Konzeptfahrzeugs verwendet.

Die VISION E ist die erste Elektrostudie von ŠKODA.

3. Tonmodell

Den ersten Skizzen und Computermodellen folgt ein 1:1-Tonmodell. Das traditionelle Designverfahren, die Tonmodellierung, bietet Designern einen sehr realistischen Blick auf das zukünftige Auto. Um den Ton zu erweichen, wird er im Ofen auf 55 bis 60 °C erwärmt. Dann wird er in einer etwa sechs cm dicken Schicht auf ein Metall-Chassis mit verschiedenen Prägungen und Streben aufgetragen. Modellierer und Designer erschaffen dabei die gewünschte Form. Anschließend wird die Tonschicht mit Spezialwerkzeugen bearbeitet. Die Oberfläche des Tonmodells wird schließlich mit speziellen Folien bedeckt, um alle Formen hervorzuheben und das Auto glänzend aussehen zu lassen. Abschließend erhält das fertige Tonmodell eine Lackierung.

4. Exterieur

Je näher die Designer der endgültigen Form kommen, desto wichtiger ist es für sie, die bestmögliche Vorstellung davon zu bekommen, wie das Auto mit den individuellen Details an Ort und Stelle und unter verschiedenen Umgebungen und Bedingungen funktionieren wird. Vor allem bei Serienfahrzeugen müssen sie die Formen auch bei Tageslicht sehen. "Unser Ziel ist es, Autos zu produzieren, die nicht nur auf den ersten Blick schön, sondern auch modern und zeitlos sind", betont der Designer Dalibor Pantůček und kommentiert den Look der VISION E: "Deshalb sind alle Linien klar, einfach und die Proportionen perfekt ausgearbeitet."

5. Interieur

Das Modell des Innenraums wird in eine Box im Maßstab 1:1 gebaut, in die man sich auch hineinsetzen kann. Denn die Designer müssen sich in den Innenraum setzen, um alles auszuprobieren und so sicherzustellen, dass alle Objekte, sowohl unter ästhetischen als auch unter ergonomischen Gesichtspunkten funktionieren. Die Herstellungsmethode ist vergleichbar mit der des Außenmodells. Jedoch werden bei der Innenmodellierung mehr 3D-Druck- und Prototypenkomponenten verwendet. Das Ton-Innenmodell ist mit speziellen Folien ausgelegt, welche die jeweiligen Oberflächen imitieren, um dem realen Eindruck so nah wie möglich zu kommen.

6. Lichter

Die Beleuchtung und Glasbestandteile sind die Hingucker in jedem Auto, und das gilt insbesondere für die VISION E. Hier haben die Designer mit Lasvit, einem tschechischen Kristallglasspezialisten, zusammengearbeitet, dessen Einfluss sowohl im Außen- als auch im Innenbereich und der Beleuchtungsanlage zu erkennen ist. Im Vergleich zu den bisherigen Konzeptfahrzeugen von ŠKODA bietet die VISION E eine innovative Möglichkeit, die Lichter über die gesamte Front hinweg zu verbinden. "Das Lichtdesign unterstreicht den Charakter der Konzeptstudie und stellt unsere Vision für zukünftige Modelle vor. Die leuchtende Signatur präsentiert neue Technologien. Glas und Licht unterstreichen die beeindruckende Kombination von Kunst und Technik", erklärt Petr Nevřela.

Die Designer müssen sich in den Innenraum setzen können, um alles auszuprobieren.

7. Farben und Materialien

Das Color & Trim Team ist für Innenraum-Details, wie Sitzmaterialien, Leder, Textilien, Innenfarben, Zierstreifen und Weiteres zuständig. Materialien und Farben werden dabei durch Visualisierungen am Computer aufeinander abgestimmt. In kleinen Boxen werden die einzelnen Fahrzeugsegmente modellweise dargestellt, um die entsprechenden Komponenten modifizieren zu können.

"Visualisierungen sind extrem wichtig. Mit den Virtual-Reality-Tools können wir im Auto sitzen und sehen, wie alle von uns entworfenen Materialien und die Farbkombinationen für den Fahrgastraum zusammenpassen. All diese Aspekte tragen zum Gesamtergebnis bei", sagt Andrea Jensen, Leiterin der Abteilung Color & Trim.

8. Projektkoordination: finales Konzept

Im Vergleich zu Serienfahrzeugen geht der Entwicklungsprozess der Konzeptstudien schneller voran. "Als reines Elektroauto ist die VISION E ein bahnbrechendes Produkt, für das wir keine der bestehenden Plattformen nutzen konnten. Wir haben in jeder Hinsicht bei null angefangen, einschließlich der Karosserie, des Türöffnungssystems und des Heckklappenöffnungssystems", erklärt Projektkoordinator Daniel Edr und nennt einige der Besonderheiten des Konzeptfahrzeugs. Einzigartig sind auch die Geräumigkeit im Innenraum, der glatte Furnierboden und die rahmenlosen Seitentüren. Da keine herkömmliche B-Säule vorhanden ist, gibt die Studie eine äußerst komfortable Einstiegsöffnung frei.

Materialien und Dokumente für die Experten- und Vorstandssitzungen werden während des Entwicklungsprozesses kontinuierlich erstellt. "Meine Aufgabe ist es, das Konzept zu erstellen und dann alle Einflüsse der jeweiligen Designteams aufeinander abzustimmen", sagt Daniel Edr. Dutzende von Menschen haben viel harte Arbeit geleistet. Ihre Vision der Zukunft von ŠKODA wurde in der Konzeptstudie verwirklicht und die ersten vernehmbaren Reaktionen der Öffentlichkeit sind positiv. In der Zwischenzeit arbeitet die Designabteilung bereits wieder an neuen Modellen.

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