Rückspiegel Ein Traum - Hendrik Pöttrich und sein ŠKODA 110 R

Für Hendrik Pöttrich wird ein Traum wahr - die Geschichte des glücklichen Funds des ŠKODA 110 R und seiner Restauration

Knapp sechs Stunden war Hendrik Pöttrich für die 520 Kilometer von Thalheim im Erzgebirge zum Nürburgring unterwegs. Das entspricht einem Schnitt von 87 km/h. Nicht schlecht für ein 40 Jahre altes Auto, in dessen Heck ein 1,1-Liter-Vierzylindermotior mit 52 PS artig seine Dienste versieht. Jetzt steht der ŠKODA 110 R im Fahrerlager der Eifelrennstrecke, wird von Zuschauern bestaunt und wartet auf seinen Einsatz beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Sein orangefarbener Lack glänzt im Sonnenlicht. Die Chromleisten blitzen. Von Rost keine Spur. Dabei war das Auto 2011 eigentlich nur noch ein Wrack. Trotzdem hat sich ŠKODA Fan Pöttrich mit ihm einen lang gehegten Traum erfüllt.

Vom Trümmerhaufen zum Traumauto

Das Inserat klang vielversprechend. „Noch nie zugelassener 110 R zu verkaufen.“ Die ŠKODA Oldtimer Community horchte auf. Wo gibt es denn so was? Die Anzeige war ohne Bild, und die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Als die ersten Interessenten um Fotos von dem Auto baten, sahen sie auf den ersten Blick: Bei dem noch nie zugelassenen 110 R handelte es sich um einen Trümmerhaufen. Fast 15 Jahre hatte der Oldie bei einem Händler im hessischen Wallenrod im Freien gestanden, war vergessen worden, und aus dem Motorraum wuchs Unkraut. Die Motorhaube war auf der Strecke geblieben. Wo sie war, wusste niemand.

Kein Wunder also, dass das Interesse der Oldtimer-Freaks an dem Angebot so schnell erlosch wie es gekommen war. Nur bei Hendrik Pöttrich nicht. Er schaute sich die Bilder mehrmals an und entschied nach fachmännischer Prüfung: Da geht noch was. Für 500 Euro erwarb er das Autowrack. Das war 2011. Drei Jahre später hatte der 42-jährige Lichtplaner mit Unterstützung von Kraftfahrzeugmeister Jens Herkommer, der in der Szene als der ŠKODA Oldtimer-Doktor schlechthin gilt, aus dem Wrack ein Schmuckstück gemacht. Während der aufwändigen Restaurierung hatten die beiden das Auto einschließlich Motor, Getriebe und Achsen komplett zerlegt. Defekte Teile mussten neu hergestellt und der Lack von Grund auf überarbeitet werden. „Das war jede Mange Arbeit, aber sie hat sich gelohnt“, freut sich Hendrik Pöttrich.

Die Leidenschaft für den ŠKODA 110 R heute

Heute ist der ŠKODA Fan mit seinem 110 R vor allem am Feierabend und an Wochenenden unterwegs, um die Landschaft zu genießen und „runterzukommen“. „Die Ausflüge sind für mich Erholung pur“, sagt Pöttrich. Fernfahrten wie zum Nürburgring sind eher die Ausnahme. „Das Auto hat mich noch nie im Stich gelassen“, schwärmt Hendrik Pöttrich. Auf der Fahrt in die Eifel hat er die 6.000 Kilometer vollgemacht. Beim Kauf hatte der 110 R 101 Kilometer auf dem Buckel. Die Zahlen lassen klar erkennen: Oldtimer-Freak Pöttrich zählt zu den Genuss- und nicht zu den Langstreckenfahrern.

Für ihn gab es nie eine andere Automarke als ŠKODA. Das grüne Blut hat er wohl von seinem Großvater geerbt. Oft hat der Opa seinen Enkel in seinen ŠKODA mitgenommen. Hendrik Pöttrich erinnert sich wie heute an die Fahrten mit dem Octavia, 1000 MB, S 100 oder S 105. Von da an stand für den Junior fest: Es wird immer ŠKODA sein.


Die Ausflüge sind für mich Erholung pur

Die Geschichte des 100 R und neue Träume

ŠKODA hatte den 110 R von 1970 bis 1981 in Kvasiny produziert. In dieser Zeit waren im Werk fast 60.000 Fahrzeuge des Typs von den Bändern gelaufen. Wegen seiner schnittigen Form und den Doppelscheinwerfern zählte das zweitürige Coupé zu den automobilen Leckerbissen des Ostens.

Drei ŠKODA Oldies nennt Erzgebirgler Pöttrich sein Eigen. Neben dem 110 R startet er mit einem S 100 und einem 1000 MB zu seinen geliebten Erholungsfahrten. Jens Herkommer weiß, dass sich die Oldtimer von ŠKODA wachsender Beliebtheit erfreuen. Vor allem im Westen. „Nicht jeder will sich den 120. alten Porsche in die Garage stellen“, übertreibt er. Dennoch: Aufgrund der steigenden Nachfrage verzeichnen viele ŠKODA Oldtimer einen enormen Wertzuwachs. So werden unrestaurierte RS 130, auch Porsche des Ostens genannt, mit 85.000 Euro gehandelt. Ein Felicia im Top-Zustand ist nicht unter 40.000 Euro zu haben.

Hendrick Pöttrich beschäftigt derweil bereits die Erfüllung eines weiteren Traums: ein Cabriolet mit Heckmotor auf Basis des ŠKODA RAPID Coupé. Er weiß auch schon, wo es die interessantesten Angebote gibt: in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik. Na dann.


ŠKODA hatte den 110 R von 1970 bis 1981 in Kvasiny produziert

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