Aktuelles Das ŠKODA Rallye-Duo Fabian Kreim und Tobias Braun im Interview

Am kommenden Wochenende starten Fabian Kreim und Tobias Braun im ŠKODA FABIA R5 bei der Rallye Stemweder Berg, dritter Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) sowie dem ADAC Rallye Masters. Im Vorfeld verriet uns das Erfolgsduo im exklusiven Interview, wie sich das Team auf eine Rallye vorbereitet und was beide am kommenden Wochenende erwarten.

extratouch: Wie bereitet Ihr euch auf eine Rallye vor?

Tobias Braun: "Sobald die Ausschreibung vom Veranstalter veröffentlicht wird, lese ich mir diese gründlich durch. Das geschieht bereits einige Wochen vor der Rallye. Im nächsten Schritt vergleiche ich die bevorstehende Veranstaltung mit den Vorjahren - zum Beispiel anhand des Zeitplans. So kann ich erkennen, was uns erwarten wird. Für mich als Beifahrer ist es wichtig, dass ich mich im Vorfeld einer Rallye mit dem genauen Ablauf vertraut mache. Das gilt sowohl für die offiziellen Veranstalter-Informationen als auch für unsere internen Team-Infos. So muss ich während der Rallye nicht mehr großartig darüber nachdenken und weiß genau, wann was zu erledigen ist."

Fabian Kreim: „Wenn ich diesen anstrengenden Sport auf hohem Niveau ausüben will, muss ich fit sein – körperlich und mental. Als Vorbereitung auf eine Rallye schaue ich mir hauptsächlich die Onboard-Aufnahmen aus den Vorjahren an. Vor Ort gehören auch Interviews mit unterschiedlichen Medien zu unserem Job. Im Fokus steht aber stets die Konzentration auf den Sport.“

extratouch: Wie sieht die Woche, in der eine Rallye stattfindet, für Euch aus?

Tobias Braun: „Am Sonntag vor der Rallye erledige ich die letzten organisatorischen Dinge, sofern dies möglich ist. Dann packe ich meine Sachen. Am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen reisen wir zur Veranstaltung an. Gegen Vormittag treffe ich Fabian für die obligatorische Dokumentenabnahme: Die Organisatoren prüfen alle notwendigen Unterlagen wie Lizenzen, Fahrzeugpapiere und die Nennung. Danach geht es für uns meist zum sogenannten Shakedown. Diesen finalen Test vor der Rallye, der in der Regel am Donnerstagabend stattfindet, nutzen nahezu alle Teams, um das Set-up der Rallye-Fahrzeuge noch einmal anzupassen und um sich mit den Bedingungen vor Ort vertraut zu machen.“

„Am Freitagmorgen um sieben Uhr geht es dann zum ,Recce‘, also dem Abfahren der Wertungsprüfungen. Hierbei erstellen Fabian und ich gemeinsam den sogenannten Aufschrieb – im Fachjargon auch ,Gebetbuch‘ genannt. Aus diesem lese ich Fabian später im Wettbewerb den genauen Kurvenverlauf vor. Das ,Recce‘ endet normalerweise zwischen drei und vier Uhr nachmittags. Da in der Deutschen Rallye Meisterschaft der Start der Rallyes meist schon am Freitagabend erfolgt, bleibt für die letzten Vorbereitungen nicht viel Zeit.“

„Nach der Freitagsetappe treffen wir meistens gegen zehn Uhr abends im Hotel ein. Dann ist aber lange noch nicht Feierabend. Wir schauen uns noch per Video die Wertungsprüfungen des nächsten Tages an und passen gegebenenfalls den Aufschrieb an.“

„Die Nächte von Freitag auf Samstag sind häufig sehr kurz, da es am Morgen schon früh weitergeht. Wenn dann alles passt, gibt es im Ziel hoffentlich einen Grund zu feiern.“

Kreim und Braun feierten schon einige Siege gemeinsam

extratouch: Wie entsteht der Aufschrieb?

Tobias Braun: "Fabian und ich haben vor der Veranstaltung die Möglichkeit, die Wertungsprüfungen zwei Mal zu besichtigen. Dies geschieht praktisch im öffentlichen Straßenverkehr, denn die Rallye-Strecken sind dann noch nicht gesperrt. Hinzu kommt: Wir dürfen dabei nicht schneller als 70 km/h fahren, so schreibt es das Reglement vor. Im Wettbewerb sind wir natürlich wesentlich schneller, das macht das richtige Einschätzen besonders schwierig und verlangt viel Erfahrung. Für das Besichtigen verwenden wir einen ŠKODA OCTAVIA. Als Hilfsmittel verfügt dieser über einen Tripmaster - also einen Wegstreckenzähler, der die Distanz bis zur nächsten Kurve exakt ausmisst - sowie ein Kamerasystem. Letzteres macht es möglich, dass wir uns die Wertungsprüfungen später noch einmal in der Video-Analyse ansehen können."

"Beim Aufschrieb hat jeder Fahrer sein eigenes System. Das Grundprinzip ist aber meist identisch: Die Ansagen des Beifahrers setzten sich zusammen aus der Distanz bis zur nächsten Kurve in Metern, der Beschreibung der Kurvencharakteristik sowie eventuellen Besonderheiten wie zum Beispiel einer Kuppe oder einer verschmutzten Strecke und vielen weiteren Detailinformationen mehr."

"Beim ersten Durchgang der Besichtigung diktiert mir Fabian und ich schreibe seine Ansagen auf oder wir gleichen einen bestehenden Aufschrieb mit den aktuellen Bedingungen ab. Beim zweiten Durchgang lese ich bereits vor und wir verpassen dem Ganzen den finalen Feinschliff."

Kreim und Braun freuen sich auf die Rallye Stemweder Berg

extratouch: Wie schätzt Ihr die Rallye Stemweder Berg ein?

Fabian Kreim: "Die ,Stemwede' ist jedes Jahr spannend. Ich konnte mit dem ŠKODA FABIA R5 bislang drei Gesamtsiege bei dieser Veranstaltung einfahren. 2013 habe ich hier zudem meinen ersten Sieg im ADAC Opel Rallye Cup gefeiert. Die Rallye ist in den vergangenen Jahren mit anspruchsvollen Wertungsprüfungen noch attraktiver geworden. Auch das Wetter spielt im Südwesten Niedersachsens immer eine besondere Rolle: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es bei diesem Lauf mal nicht geregnet hätte. Daher ist die richtige Reifenwahl im Kampf um den Sieg ebenfalls von großer Bedeutung."

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