Top Story Aufladen statt tanken (Teil 1)

Wir zeigen Ihnen, wie sich das Leben der Autofahrer im Zuge der Elektromobilität verändern wird

Beim Thema Elektromobilität geht es nicht einzig und allein um Elektroautos. Bei der stetig wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist es der Auf- und Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur, die den Durchbruch der Elektromobilität erst möglich macht. Marián Nič, Projektmanager für eMobility im ŠKODA AUTO DigiLab, spricht beim Thema Elektromobilität einen weiteren wichtigen Faktor an:

„Ich sage immer wieder, dass die Einführung von Elektrofahrzeugen die Automobilindustrie vor neue und spannende Herausforderungen stellen wird. Es geht hierbei nicht nur um den Antrieb oder die Anpassung der Fahrzeuge auf die neuen Bedürfnisse. Es geht auch um die Gewohnheiten der Autofahrer und vor allem ihr Selbstverständnis beim Thema Fortbewegung.“

Nič sagt, dass Autofahrer sich daran gewöhnen werden, dass das Laden eines Elektrofahrzeugs anders funktioniert als das Auftanken eines Verbrennungsmotors. Das Problem der derzeit noch nicht vollständig ausgebauten Infrastruktur wird in Zukunft behoben sein. Laut Nič ist das Fahren und Aufladen von Elektrofahrzeugen in absehbarere Zeit genauso selbstverständlich wie heute die Nutzung von Smartphones und Laptops außerhalb des eigenen Zuhause oder des Büros:

„Wenn ich unterwegs bin und die Möglichkeit erhalte, mein Fahrzeug während eines Einkaufs ein wenig zu laden, erhöht sich folglich auch die Reichweite meines Autos.“

Nič ist der Meinung, dass mit zunehmender Anzahl von Elektroautos auf den Straßen auch die Infrastruktur immer besser ausgebaut wird. Er ist sich sicher, dass sich Autofahrer zukünftig keine Sorgen mehr darüber machen müssen, ob an ihrem Zielort eine Ladestation verfügbar sein wird, ob sie funktioniert und vor allem auch nicht darüber, ob sie kostenlos verfügbar sein wird.

Wo ist das Aufladen möglich?
Höchstwahrscheinlich werden die meisten Autofahrer ihre Fahrzeuge in der heimischen Garage aufladen. Diejenigen, die diese Möglichkeit nicht haben, müssen laut Nič Zugang zu einer öffentlichen Ladeinfrastruktur haben. „Wenn wir ins Ausland schauen, sehen wir, dass eine der Optionen darin besteht, ‚Ladehubs‘ zu bauen. Das bedeutet: Mehrere, zentralisierte Schnellladestationen mit ausreichender Leistung. Diese können von verschiedenen Anbietern eingerichtet werden. Die zweite Möglichkeit besteht darin, eine große Zahl weniger effizienter Ladestationen zur Verfügung zu stellen, die beispielsweise über Nacht genutzt werden können. Einige Energieversorger bieten bereits das Aufladen an ‚intelligenten‘ öffentlichen Straßenlaternen an“, sagt Nič.

Welche Auflademethoden gibt es?
Vereinfacht gesagt, unterteilen sich die meisten der heute öffentlich zugänglichen Ladegeräte anhand der Ladegeschwindigkeit in zwei Hauptkategorien: zum einen langsamerer Wechselstrom (AC), bei dem sich das Aufladen über mehrere Stunden erstreckt, und schnellere Gleichstromladung. Abhängig von Faktoren wie der Ladekapazität und den Parametern des Elektroautos selbst sind "Schnellladestationen" mit Gleichstrom (DC) in der Lage, eine Batterie in manchen Fällen in Minuten wieder aufzuladen. Marián Nič veranschaulicht den Unterschied am Beispiel eines neueren Typs des Volkswagen e-Golf mit einer Batteriekapazität von 36 kWh. Mit einem AC-Ladegerät und 22 kW Leistung benötigt das Auto etwa vier Stunden zum Aufladen, während es bei schnellerer DC-Ladung mit 50 kW nur etwa 40 Minuten dauert.

Laut Nič wird das Aufladen von Elektrofahrzeugen zukünftig überall möglich sein

Im Gegensatz zu Fahrern von rein batteriebetriebenen Elektroautos (BEV) müssen sich Plug-in-Hybrid-(PHEV)-Besitzer nicht allein auf die Qualität und Dichte des Schnellladennetzes verlassen. PHEV-Fahrzeuge haben sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektromotor, sodass diese Batterien nicht so oft aufgeladen werden müssen – möglicherweise nur einmal pro Woche. Der Elektromotor kann für Kurzstreckenfahrten im Stadtverkehr eingesetzt werden, während auf längeren Strecken auch der traditionelle Antrieb zum Einsatz kommen würde.

Für reine Elektroautos wird längst über weitere Auflademethoden nachgedacht. Im November 2018 begann das ŠKODA AUTO DigiLab mit dem Test einer mobilen Ladestation namens E-MONA. Diese alternative Lademöglichkeit gibt den Nutzern von Elektroautos mehr Sicherheit und Planungsflexibilität. Die Station kann per Chat, SMS oder Telefon gebucht werden. "Wir testen derzeit die Reichweite, um zu wissen, wo und wie lange es bei verschiedenen Wetterszenarien dauert, bis wir zu einem Ort gelangen", sagt Nič. In Zukunft wird es möglich sein, einzelne Kuriere auf einer Karte zu verfolgen und den Zeitpunkt ihrer Ankunft entsprechend zu schätzen. Der Plan sieht auch das Laden über Gleichstrom anstelle von Wechselstrom vor, da dies die Ladezeit verkürzt und den Bedienkomfort erhöht. "Die Einschränkung dieser mobilen Lademethode ist natürlich die Fahrstrecke, da der Kurier das mobile Ladegerät hinter einem Elektrofahrrad herzieht", sagt Nič. "Deshalb planen wir E-MONA als Lösung für das mobile Laden in Städten."

Lesen Sie im 2. Teil, wie sich die Infrastruktur verändern muss und welchen Herausforderungen wir uns im Zuge der Elektromobilität noch stellen müssen.

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