Rückspiegel Acht Jahrzehnte Allrad bei ŠKODA

Die 4x4-Versionen von ŠKODA KAROQ und KODIAQ haben eine lange Ahnengalerie – denn die Marke blickt auf eine stolze Allradtradition zurück.

SUV liegen im Trend – und mit ihnen erlebt auch der Allradantrieb einen Boom. Mit dem KAROQ und seinem großen Bruder KODIAQ hat ŠKODA bereits zwei extrem attraktive Vertreter dieser Klasse im Angebot, die beide mit 4x4-Antrieb zu haben sind. Doch die Wenigsten wissen: Die Allradtradition der tschechischen Marke geht bis auf die 1930er-Jahre zurück.

ŠKODA als eine der führenden Allradmarken? Nicht jeder würde da sofort wissend zustimmen. Tatsache ist: Mit den 4x4-Versionen von OCTAVIA, OCTAVIA COMBI, OCTAVIA COMBI SCOUT, OCTAVIA RS, OCTAVIA COMBI RS, SUPERB, SUPERB COMBI, KODIAQ und KAROQ ist das Angebot an vierradgetriebenen Bestsellern ausgesprochen vielfältig. Als erster Allradler der „Neuzeit“ erschien 1999 der OCTAVIA COMBI. Doch 4x4-Modelle mit dem geflügelten Pfeil gab es schon sehr viel früher 

Dreiachsige Prototypen – von Bus bis Bergsteiger

In den späten 1930er-Jahren entwickelten die Ingenieure in Mladá Boleslav erstmals Fahrzeuge mit mehr als einer Antriebsachse. ŠKODA baute mehrere Prototypen eines Busses mit zwei angetriebenen Hinterachsen – in Serie ging diese Konstruktion nicht. Das gleiche galt (zunächst) für den ebenfalls dreiachsigen Typ 903, mit dem sich ŠKODA 1936 um einen Auftrag der tschechischen Armee bewarb. Das Fahrzeug war als rollende Kommandozentrale für Offiziere gedacht. Die technische Basis lieferte die große Limousine ŠKODA 650. Die drei Prototypen hatten einen 61 PS starken Dreiliter-Sechszylindermotor und zwei angetriebene Hinterachsen.

Die Armee-Ausschreibung gewann ŠKODA zwar nicht, doch während der deutschen Besatzung war der Typ 903 eines der wenigen Modelle, die in Mladá Boleslav gebaut wurden: Zwischen 1939 und 1942 entstanden 42 Exemplare, erhalten sind nur drei. Das 6x4-Fahrzeug erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, kletterte Steigungen bis zu 45 Prozent und genehmigte sich etwa 25 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Gebaut wurde der 903 als viertüriger Sechssitzer mit Cabriodach sowie als offener Pritschenwagen mit längs eingebauten Bänken für bis zu acht Passagiere. Noch während des Krieges entstand unter dem Kürzel 956 zudem ein 4x4-Prototyp des SUPERB 3000.

Extrem wendiger Geländewagen

Zwischen 1952 und 1955 montierte ŠKODA fast 6.500 Tatra 805-Kleinlaster und entwickelte auf dem verkürzten Chassis des Tatra zwei Militärallradler: 1954 entstanden drei Prototypen des gepanzerten Typ 971 – auch Jarmila genannt – und 1951/52 fünf Exemplare des Amphibienfahrzeugs 972. Letzteres erreichte im Wasser fast 10 km/h, auf der Straße immerhin 85 km/h.

Etwa zeitgleich, 1952, debütierte der Typ 973, ein kompakter Geländewagen mit zuschaltbarem Vorderradantrieb. Er war extrem geländegängig, schaffte 58-prozentige Steigungen, meisterte 25 Zentimeter hohe Hindernisse und ließ sich auch von 60 Zentimeter tiefen Wasserdurchfahrten nicht stoppen. Der tschechische 973 gewann zwar einen Vergleichstest des Warschauer Pakts, dennoch blieb es bei einer Nullserie von 30 Fahrzeugen, weil der russische GAZ-69 aus politischen Gründen den Vorzug erhielt. ŠKODA machte aus der Not eine Tugend und verlegte sich auf zivile Offroad-Fahrzeuge vor allem für Landwirte.


Der Typ 973 ließ sich auch von 60 Zentimeter tiefen Wasserdurchfahrten nicht stoppen

4x4-Agrarfahrzeuge mit dem geflügelten Pfeil

Zwei Ergebnisse dieser Strategie sind der als Agromobil bekannt gewordene ŠKODA 998, der in den frühen 1960ern in Kooperation mit ČZ Strakonice entstand, und sein Nachfolger 990. Erneut blieb es bei Prototypen – vermutlich 13, von denen mindestens zwei noch heute existieren. Einen besitzt das ŠKODA Museum in Mladá Boleslav, der andere steht im Militärmuseum in Lešany südlich von Prag – übrigens Seite an Seite mit dem 973 „Babeta“, mit dem er 1964 in dem Film „Wenn tausend Klarinetten…“ zu sehen war.

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